Kasse übernimmt Kosten für Abnehmspritze

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Die Pharmafirma Novo Nordisk gab Preissenkungen für das Produkt Wegovy bekannt. Zudem einigte man sich mit der Sozialversicherung auf eine Kostenübernahme in bestimmten Fällen. 

Der internationale Preiskampf um Abnehmmittel erreicht auch Österreich. Ab sofort werden die Preise für zwei Dosierungen von Wegovy gesenkt: Wegovy 1,7 mg kostet in den österreichischen Apotheken 244,85 Euro, die Erhaltungsdosis Wegovy 2,4 mg kommt nun auf 282,50 Euro statt bisher 333 Euro pro Monat, teilt der Hersteller mit. Adipositasmedikamente sind in Österreich von der regulären Erstattung durch die Krankenkassen ausgenommen. Nach Gesprächen mit dem Dachverband der österreichischen Sozialversicherungsträger konnte gemeinsam eine Sonderregelung getroffen werden, die eine Kostenübernahme von Wegovy für besonders vulnerable Patient:innen ermöglicht.

Dies betrifft einerseits Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren, wenn eine vorherige Behandlung über mindestens sechs Monate keinen ausreichenden Erfolg gezeigt hat. Voraussetzung ist ein Equi-BMI von über 30 sowie mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung. Die Therapie ist auf eine Dauer von zwei Jahren mit einer möglichen einjährigen Verlängerung angelegt, die Erstverordnung erfolgt durch pädiatrische Adipositaszentren.

Auch Erwachsenen mit Indikation zur bariatrischen Operation sollen von der Kostenübernahme profitieren – sofern ebenfalls zuvor eine andere Therapie versucht wurde. Die Dauer von einem Jahr zielt darauf ab, ein für die Operation geeignetes Zielgewicht zu erreichen. Die Erstverordnung erfolgt durch die Referenzzentren der Österreichischen Gesellschaft für Adipositas- und Metabolische Chirurgie (ÖGAMC). „Bei Novo Nordisk sehen wir es als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung, Menschen mit Adipositas den Zugang zu innovativen medikamentösen Therapien zu erleichtern“, erklärte Aleksandar Ciric, Geschäftsführer Novo Nordisk Österreich. „Hohe Behandlungskosten sind ein wesentlicher Grund für einen frühen Therapieabbruch. Wir freuen uns daher, dass wir nun wichtige Schritte für einen besseren Zugang zur Adipositastherapie (…) umsetzen können.“ (tab)