Fäkale Stuhltransplantation (FMT) als neue Therapieoption bei Morbus Crohn?

Diese randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus Australien untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit der fäkalen Mikrobiota-Transplantation (FMT) bei aktivem Morbus Crohn. Bei Einschluss in die Studie waren 50 % der Patient:innen unter Biologikatherapie, und 34 % hatten eine Striktur, was auf eine komplizierte Patientenpopulation hinweist. Vor der Randomisierung erhielten alle Patient:innen eine dreiwöchige Ernährungsoptimierung sowie eine einwöchige Antibiotikatherapie. Anschließend wurden 103 Patient:innen entweder FMT oder Placebo verabreicht (proximaler Befall vor der linken Flexur: Gastroskopie mit je 25 g Stuhl in 3 Sitzungen über 8 Wochen; distaler Befall: eine Koloskopie mit 50 g und danach wöchentliche Einläufe von 25 g über 8 Wochen). Der primäre Endpunkt war eine klinische Verbesserung (Clinical Disease Activity Index, [CDAI]) in Woche 8. In der Intention-to-treat-Analyse zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen FMT und Placebo (57,1 % vs. 45,5 %, p = 0,296), jedoch verbesserte sich der CDAI innerhalb der FMT-Gruppe deutlich. Wie schon in Studien bei Colitis ulcerosa zeigte sich ein starker Einfluss des Spenderstuhls auf den Therapieerfolg. Die Nebenwirkungen waren meist mild.

Fazit: Während bei der Colitis ulcerosa mehrere Studien eine Effektivität der FMT zeigten, konnte dies bisher bei Studien bei Morbus Crohn nie bestätigt werden. Obwohl der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde, sind die Daten bei dieser komplizierten Morbus-Crohn-Population doch vielversprechend, sodass dieser Ansatz in Zukunft weiterverfolgt werden dürfte.