© Initiative Wund?Gesund!/APA/Krisztian Juhasz Wie es gelingt, die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden zu optimieren, ohne dass die Kosten dafür steigen, wird in Wien vorgezeigt.
Nach Zahlen der Statistik Austria sind die Gesundheitsausgaben in Österreich exklusive Investitionen von 2023 bis 2024 um 8,3 Prozent auf 57,8 Milliarden Euro oder 11,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts gestiegen. Aufgrund der Budgetsituation will man einen weiteren Anstieg vermeiden. Wie es gelingt, die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden zu optimieren, ohne dass es dabei zu einem Anstieg der Kosten kommt: Mit dieser Frage beschäftigte sich am Dienstag ein Dialogforum, das den Titel „Finanzierung, Sparbedarf und die chronische Wunde: Wie schaffen wir das?“ trug.
Als Vorbild kristallisierte sich dabei das sogenannte Wiener Wundnetz heraus, ein gemeinsames Projekt des Landes Wien und der Sozialversicherungsträger. „Es ist ein Beispiel dafür, wie anfängliche Investitionen langfristig durch schnellere Heilungsverläufe, geringere Leistungsinanspruchnahme und eine optimierte Versorgungsqualität kompensiert werden können“, sagt Birgit Kraft von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Durch die abgestufte Versorgung im Wundnetz mit der Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit und der strukturierten Behandlungswege konnten die wundrelevanten Arztkosten um 53,4 Prozent gesenkt werden. Auch ging die Zahl der Arztkontakte um 54,1 Prozent zurück, die der Ambulanzkontakte um 28 Prozent.
Die Initiative Wund?Gesund!, ein Zusammenschluss von Unternehmen und Kooperationspartnern aus dem Gesundheitswesen, will für Betroffene einen transparenten und einheitlichen Einreich- und Erstattungsprozess erreichen. Ebenfalls gefordert wird, das Wundmanagement gleichberechtigt als Leistungserbringung abzubilden. (sst/APA)