Apotheken testen Telemedizin in der Offizin

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Mit ApoDoc soll telemedizinische Beratung in die Apotheken einziehen. Das Pilotprojekt läuft vorerst in ausgewählten Apotheken in Wien und Oberösterreich.  

Die assistierte Telemedizin ApoDoc ist ein kostenloses Angebot für alle Personen, bei denen eine ärztliche videobasierte Beratung nötig ist. Seit dem 20. Februar wird diese an Randdienstzeiten (Freitag 14-18 Uhr und Samstag 08-12 Uhr) bereits in drei Wiener Apotheken angeboten. Ab Mitte März kommenzwölf weitere Apotheken in Wien und Oberösterreich dazu. Ziel des Pilotprojekts ist die Entwicklung und Erprobung eines standardisiertentelemedizinischen Ablaufs in öffentlichen Apotheken. Insbesondere außerhalb regulärer Ordinationszeiten soll damit ein zusätzlicher Zugang zu allgemeinmedizinischer Versorgung ermöglicht werden.

Kooperationspartner beim Projekt ApoDoc sind die Österreichische Apothekerkammer sowie die Gesundheitsdienstleister UNIQA Health Services und ihre Tochterfirma Mavie Next. „Als Österreichs führende Gesundheitsversicherung und Vorreiterin im Bereich der Telemedizin haben wir mit unserem Corporate Start-up Mavie das telemedizinische Angebot in den vergangenen Jahren kontinuierlich und sehr erfolgreich ausgebaut. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der Österreichischen Apothekerkammer Telemedizin nun auch in die Apotheken bringen, denn dort erwarten sich Patientinnen und Patienten Hilfe. Dafür ist mitunter eine ärztliche Abklärung nötig, nicht immer muss diese aber auch physisch erfolgen. Für diese Fälle stellen wir telemedizinische Services von Mavie zur Verfügung“, sagt Hans Aubauer, Leiter Krankenversicherung der UNIQA Insurance Group.

Das neue Angebot verbinde die leichte Erreichbarkeit der Apotheke mit der Expertise von österreichischen Ärzt:innen, betonte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayer. „Wer mit einem gesundheitlichen Problem in die Apotheke kommt, kann entweder im Rahmen der betreuten Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln versorgt werden oder im Bedarfsfall mit einem Online-Arztgespräch.“ Die telemedizinischen Leistungen verstehen sich ausdrücklich als Ergänzung zu bestehenden ärztlichen Versorgungsstrukturen im niedergelassenen Bereich. „Sie erweitern den Zugang zu medizinischer Beratung dort, wo ein rascher, niederschwelliger Erstkontakt sinnvoll ist. Mit ApoDoc leisten wir einen wichtigen Beitrag zur besseren Steuerung von Patientenströmen: Statt am Samstag in eine Spitalsambulanz zu gehen, können gesundheitliche Anliegen vor Ort in der Apothekeeffizient telemedizinisch abgeklärt werden.“ Das Pilotprojekt läuft bis Ende Juni 2026. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird es vom Institut für Pharmazie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU).  (APA/tab)