Impfen: Apothekerkammer skizziert Strategie

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Die Apotheken sollen im „Patientenstrom-Management“ mitwirken, sagt Kammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr beim ApoKongress in Schadming. Dazu gehöre mehr als impfen und Telemedizin.

Die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Ulrike Mursch-Edlmayr, hat zur Eröffnung der Fortbildungstagung der Apotheker:innen in Schladming (8. bis 11. März) skizziert, welche Strategie hinter Impfungen und Telemedizin in Apotheken steckt. Sie sei froh, dass die Bundesregierung beim Thema Impfungen in Apotheken einen „Pflock“ eingeschlagen hat. „Die Bundesministerin wird das operationell umsetzen.“ Wichtig sei, dass das Ziel von Impfungen in den Apotheken nun angegangen werde. Viele der rund 1.450 Apotheken sind durch Ausbildungsprogramme bereits darauf vorbereitet.

Doch für die österreichischen Apotheker:innen seien die Impfungen der Teil eines Gesamtprojekts für die Zukunft des Standes und die Krankheitsprävention abseits der bloßen Abgabe von Medikamenten. „Nur wenn ich als Apotheke Dienstleistungspartner-Funktion habe, dann kann ich die Arzneimittel in den Apotheken halten“, so die Kammerpräsidentin. Europaweit sind in den vergangenen Jahren Drogeriemärkte und Onlineapotheken in den Markt eingedrungen. Auf der anderen Seite haben die klassischen öffentlichen Apotheken auch in Österreich über ständig sinkende Margen in ihrem gesetzlich und sozialrechtlich eng umgrenzten Markt geklagt. In Deutschland gab es in der jüngeren Vergangenheit bereits viele Apotheken-Konkurse beziehungsweise Stilllegungen.

Dem will die Österreichische Apothekerkammer mit zunehmend mehr Dienstleistungen begegnen. „Impfen in den Apotheken ist Teil eines Ganzen“, sagt Ulrike Mursch-Edlmayr. Es handle sich jedenfalls um ein ganz wichtiges Präventionsthema. In der jüngeren Vergangenheit sind zum Beispiel Bluttests (Fingerkuppe) auf Cholesterin etc. breit eingeführt worden. Sie können als Screening für Risikopersonen verwendet werden. Doch die sprichwörtliche Reise soll weitergehen. „Impfen ist eines der wichtigsten Präventionsthemen. Wir wollen einen Präventionsplan für Österreich.“ Diesen könnte man via E-Card individualisieren und für jeden Menschen individuell gestalten und speichern. Der zweite Teil im Bereich der Apotheken soll die Teilnahme an der Patientenstrom-Steuerung sein.

Hier könne, so die Kammerpräsidentin, der Weg von „betreuter Selbstmedikation“ bis hin zu einem telemedizinischen Angebot in den Apotheken gehen. Wenn der sogenannte „Notfallparagraf“ für die Abgabe von akut benötigten Arzneimitteln nicht mehr zum Tragen kommen könne, sollte es die Möglichkeit für einen „Telearzt“ via Apotheke geben, der auch rezeptpflichtige Medikamente verschreibe. Sie würden dann in der Apotheke abgegeben. Dies sollte allerdings für Fälle gelten, die anders nicht zu einer akut notwendigen Versorgung kämen. Man wolle und werde „ein Gesundheitszentrum“ sein, sagte Ulrike Mursch-Edlmayr. Nur so würden die österreichischen Apotheken ihren Stellenwert im Gesundheitswesen behaupten können. (red/APA)