© KMPZZZ – stock.adobe.com Schlafstörungen sind in Europa weit häufiger als bisher angenommen, betonen Forschende anlässlich des Weltschlaftages am Freitag. Die volkswirtschaftlichen Kosten liegen in Milliardenhöhe.
Jede:r Dritte in Europa leidet an chronischen Ein- oder Durchschlafstörungen. Das zeigt eine Meta-Studie im „European Journal of Neurology“ (EJN), an der auch österreichische Expert:innen beteiligt waren. Der Analyse zufolge, bei der 47 Ländern untersucht wurden, leiden 18 Prozent der Europäer:innen an Schlaf-Apnoe und zehn Prozent an Schlaflosigkeit.
Neben dem Leidensdruck für die Betroffenen betonen die Forschenden die massiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Die durch Schlafstörungen verursachten Kosten belaufen sich allein in Europa auf 400 Mrd. Euro pro Jahr, in Österreich sind es rund zehn Mrd. Euro. Die direkten Behandlungskosten machen dabei 48 Prozent aus, während die indirekten Kosten – etwa durch Arbeitsunfälle – bei 52 Prozent liegen.
„Schlafstörungen sind keine Bagatelle, sondern eine relevante Volkskrankheit mit erheblichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen, wie die aktuelle Hochrechnung zeigt“, betonte der Wiener Neurologe und Schlafmediziner Michael Saletu. Die Zukunft der Schlafmedizin liege in der personalisierten Therapie, so der Experte.
Vor allem Frauen sind von Schlafmangel betroffen, wie italienische Forschende bereits 2025 festgestellt haben. Frauen seien beispielsweise mehr von hormonellen Veränderungen betroffen. So habe etwa die Menopause einen großen Einfluss auf den Schlaf, was mit einem höheren Risiko für Arbeitsausfälle einhergeht. Es sei wichtig, die individuellen Ursachen für Schlafprobleme frühzeitig abklären zu lassen und die geschlechterspezifischen Unterschiede dabei nicht zu ignorieren, so die Forschenden. (APA/tab)
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