© spotmatikphoto – stock.adobe.com Die Basisausbildung sorgt derzeit für Unmut unter Jungmediziner:innen in Oberösterreich. Nicht alle Absolvent:innen finden unmittelbar nach ihrem Studium einen Ausbildungsplatz.
Die neunmonatige Basisausbildung für Medizin-Absolvent:innen ist im Gegensatz zu einigen Nachbarländern verpflichtend. Das Problem: In Oberösterreich sind in den Krankenhäusern zu wenige Plätze dafür vorhanden. Knapp 300 Personen schließen jedes Jahr ihr Humanmedizin-Studium an der JKU Linz ab, derzeit stehen aber nur knapp 230 Ausbildungsplätze im Bundesland zur Verfügung, wie die Ärztekammer Oberösterreich in einer Aussendung erklärte.
„Die Krankenhaus-Träger müssen diese Posten dringend freigeben“, fordert Sebastian Graf, Kurienobmann der angestellten Ärzt:innen in der OÖ-Ärztekammer. Dass dies nicht geschehe, „ist zu kurzsichtig gedacht und ein Schuss ins eigene Knie.“ Ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen würde mit einem Schlag viele Probleme lösen: „Die jungen Kolleginnen und Kollegen hätten einen Job, der Flaschenhals wird gelockert, die Versorgung gestärkt und die jungen, motivierten Menschen würden nicht aus Oberösterreich vertrieben und hier dem Gesundheitssystem verloren gehen.“
„Wir haben uns sehr für die Medizinische Fakultät in Linz eingesetzt. Es kann nicht sein, dass wir junge Kolleginnen und Kollegen exzellent ausbilden und diese dann das Bundesland verlassen“, ergänzt OÖ-Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser. Es liege allein in der Kompetenz der Träger, genug Plätze für die Basisausbildung zu schaffen. „Jedes Haus kann so viele Basisärztinnen und -ärzte aufnehmen wie es will und es gibt keine strukturellen Voraussetzungen.“ Meist scheitere es aber am Willen und am Personalbudget. Dabei sei die Basisausbildung in Oberösterreich extrem beliebt, wie eine Umfrage zeigt: Demnach schätzen knapp 71 Prozent diese Art der Ausbildung – ein höherer Wert als in anderen Bundesländen, wie Kurienobmann Sebastian Graf betont: „Wir bieten eine sehr gute Ausbildung an. Diese muss erweitert und verstärkt werden. Das hilft allen, den Trägern, den Patientinnen und Patienten und den jungen Kolleginnen und Kollegen.“ (tab)