Pharma-Riesen wieder in Kauflaune   

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Gleich drei Pharmakonzerne ließen in den vergangenen Tagen mit milliardenschweren Übernahmen aufhorchen. Mit den Zukäufen sollen neue Therapiefelder erschlossen werden.  

Die internationale Pharmabranche erlebt eine neue Welle milliardenschwerer Übernahmen. Gleich mehrere Konzerne investieren in innovative Biotechfirmen, um ihr Portfolio zu erweitern und sich in wachstumsstarken Therapiebereichen zu positionieren. So will Eli Lilly den Schlafmittel-Spezialisten Centessa Pharmaceuticals für bis zu 7,8 Milliarden Dollar (6,79 Mrd. Euro) übernehmen. Mit dem Zukauf sichert sich der Konzern Zugang zu einer neuen Wirkstoffklasse, den Orexin-Rezeptor-2-Agonisten (OX2R), die den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Der führende Medikamentenkandidat Cleminorexton zeigte bereits vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Narkolepsie. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal erwartet.

Auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis baut sein Geschäft durch eine Übernahme aus. Für bis zu zwei Milliarden Dollar (1,7 Mrd. Euro) will das Unternehmen die US-Biotechfirma Excellergy kaufen. Das kalifornische Unternehmen entwickelt Therapien zur Behandlung von allergischen Erkrankungen wie Lebensmittelallergien, chronischer Nesselsucht oder Asthma. Hoffnungsträger ist das Medikament Exl-111, das sich derzeit in der klinischen Testphase 1 befindet und eine schnellere und stärkere Unterdrückung von allergischen Reaktionen bewirken soll.

Parallel dazu setzt Merck & Co (MSD) seine Einkaufstour fort und plant, das kalifornische Biotechunternehmen Terns Pharmaceuticals zu übernehmen. Das Angebot des US-Pharmakonzerns bewertet Terns mit rund 6,7 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. Euro). Wichtigste Perle im Portfolio von Terns ist ein Blutkrebsmedikament, das unter dem Arbeitstitel TERN-701 derzeit für den Einsatz bei chronischer myeloischer Leukämie erforscht wird. Im vergangenen Jahr hatte Terns bereits mit positiven Studienergebnissen für Aufsehen gesorgt. Mit der Übernahme will Merck seine Abhängigkeit vom Krebsmedikament Keytruda reduzieren, mit dem das Unternehmen einen Großteil seiner Einnahmen erwirtschaftet und das angesichts drohender Konkurrenz unter Druck geraten könnte. 2025 hatte der US-Konzern mit Verona Pharma und Cidara Therapeutics zwei milliardenschwere Übernahmen im Bereich der Atemwegs- und Lungenkrankheiten sowie der Infektionserkrankungen gestemmt. (APA/tab)