ÖAW gründet Zentrum für Stoffwechselforschung    

© Schiffer Photography/ÖAW

Mit dem CORI-Institut entsteht in Graz ein neues Zentrum zur Erforschung von Stoffwechselerkrankungen. Direktor wird ein europaweit anerkannter Molekularbiologe.  

Das CORI Institute of Molecular and Computational Metabolism der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) soll im Vollausbau bis zu 150 Forscher:innen in bis zu einem Dutzend Forschungsteams sowie weitere Mitarbeitende umfassen. Die Ausschreibungen sind bereits im Laufen, wissenschaftliche Aktivitäten sollen im September starten. Beteiligt sind die Universität Graz, die Med-Uni Graz und die TU Graz.

Neuer Leiter wird der Gründungs- und Langzeitdirektor des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM), Giulio Superti Furga. Der renommierte Molekularbiologe und Forschungsmanager hatte die CeMM-Leitung mit Ende Oktober des Vorjahres an die italienische Forscherin Maria Rescigno abgegeben. 2023 wurde er mit dem Aufbau eines Zentrums für Biomedizinische Forschung (BRBC) in Sizilien betraut. „Meine Aufgaben dort sind erfüllt“, sagte Superti-Furga, der sich jetzt voll und ganz der Gründung des CORI-Instituts widmen wird. Der Italiener ist auch als Professor für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Universität in Wien tätig.

Unter Superti-Furga soll das neue Institut zu einem europäischen Zentrum für Metabolismusforschung aufgebaut werden. Im Fokus steht die systematische Untersuchung und Modellierung von Stoffwechselprozessen in Zellen – mit dem Ziel, präzise in diese Prozesse einzugreifen, sie zu verändern und neue therapeutische und technologische Lösungen zu entwickeln. „Stoffwechsel ist nicht nur eine Teildisziplin der Medizin – er ist die ordnende Logik des Lebens. Wir wollen ihn verständlich und vorhersagbar machen und damit aktiv gestalten“, erklärte der Superti-Furga.

„Mit der ÖAW und den drei Universitäten haben vier Institutionen den Mut gefasst, das CORI-Institut zu eröffnen und mit Superti-Furga wurde ein exzellenter Coach für dieses Team gefunden“, freute sich ÖAW-Präsident Heinz Faßmann. Benannt ist das CORI-Institut nach dem österreichisch-amerikanischen Biochemikerpaar Gerty und Carl Cori, das unter anderem den Glykogen-Metabolismus entdeckt hat und 1947 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. (APA/tab)