© Tefi/Shutterstock.com Mit Juni läuft die bisher größte Forschungsinitiative zum Thema Blasenkrebs an. Das Projekt „StrikeBC“, an dem zehn medizinische Einrichtungen beteiligt sind, will neue Therapieansätze weiterentwickeln.
Unter der Federführung des Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) werden ab Juni über vier Jahre in drei Teilstudien Daten von insgesamt 1.400 Patient:innen aus ganz Österreich gesammelt und ausgewertet. Jährlich erkranken hierzulande rund 1.500 Menschen an Blasenkrebs, die meisten davon im Alter zwischen 70 und 75 Jahren. Lange Zeit bestand die Behandlung in fortgeschrittenen Stadien meist aus Chemotherapie und der Entfernung der Harnblase – mit deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität und geringen langfristigen Überlebenschancen für Betroffene. In den vergangenen Jahren konnten jedoch deutliche Fortschritte in der Therapie erzielt werden.
Ein neuer Behandlungsansatz kombiniert eine zielgerichtete Therapie mit Immuntherapie und kann selbst in fortgeschrittenen Stadien bei über 50 Prozent der Patient:innen zum Verschwinden des Tumors führen. Die Forschungsinitiative „StrikeBC“ („Strategies toIndividualize Treatment for Bladder Cancer“) soll nun helfen, diese Fortschritte weiterzuentwickeln. „Unser Ziel ist es, die Behandlung bei Blasenkrebs so zu verbessern, dass sie sich stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert und es weniger Einschränkungen für sie gibt“, betonte Forschungsleiter Bernhard Englinger von der MedUni Wien. „Wir wollen erreichen, dass die tödliche Krankheit Blasenkrebs in Zukunft geheilt werden kann. Unsere wegweisende Forschungsinitiative ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung.“
Untersucht werden Patient:innen in unterschiedlichen Krankheitsstadien, die ab Juni 2026 die Diagnose Blasenkrebs erhalten. „Blasenkrebs ist eine sehr heterogene Erkrankung, bei der Patientinnen und Patienten unterschiedlich auf Therapien reagieren“, sagte Shahrokh Shariat, Sprecher des ACCN und ärztlicher Studienleiter an der MedUni Wien. Ziel von „StrikeBC“ sei es, besser zu verstehen, welche Behandlung für welche Patient:innen am besten geeignet ist, um unnötige Belastungen zu vermeiden und Therapien gezielter einzusetzen.(APA/tab)