MedUni Wien erforscht neue Therapien bei Nierenversagen

© AKHWien/Christian Houdek

Mit der Eröffnung eines neuen Christian Doppler Labors entsteht ein Forschungsschwerpunkt zur Verbesserung der Heimdialyse. 

Die Peritonealdialyse, eine Form der Behandlung bei chronischem Nierenversagen, führt häufig zu entzündungsbedingten Komplikationen. Am neuen CD-Labor für Metaflammation in der Peritonealdialyse soll nun die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien geschaffen werden, um die Lebensqualität der Patien:innen zu verbessern. 

Bei der Peritonealdialyse übernimmt das Bauchfell die Funktion einer natürlichen Filtermembran, über die Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entfernt werden. Die Behandlung geht jedoch häufig mit schweren Begleiterkrankungen einher, die mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit verbunden sind. Eine zentrale Rolle spielen dabei chronische Entzündungen, die sowohl die Infektanfälligkeit als auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern.  

Im Mittelpunkt des neuen CD-Labors stehen die als Metaflammation zusammengefassten Krankheitsprozesse bei der Peritonealdialyse. Deren gesundheitsschädliche Auswirkung wurde bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas bereits intensivuntersucht, im Zusammenhang mit der Peritonealdialyse besteht jedoch noch Forschungsbedarf. 

„Unser Ziel ist es, die Mechanismen der Metaflammation zu entschlüsseln, um die wissenschaftliche Grundlage für neue therapeutische Strategien zu schaffen“, sagt Rebecca Herzog von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien, die das CD-Labor leitet. Das bis 2033 angesetzte Forschungsprogramm wird vom Industriepartner Zytoprotec, einem Wiener Biotech-Unternehmen mit Spezialisierung auf innovative Dialyselösungen, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) finanziert. 

Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont: Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass Wertschöpfung, Know-how und neue Technologien in Österreich entstehen und hier wachsen. Genau dafür investieren wir gezielt in anwendungsnahe Grundlagenforschung und starke Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.“ Auch Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz stellt die Dialyse oft die einzige lebensrettende Therapie dar. Umso wichtiger ist die Forschung an unserem neuen CD-Labor. Die enge Zusammenarbeit mit unserem Unternehmenspartner schafft die Voraussetzung, dass die neu gewonnenen Erkenntnisse rasch in die medizinische Praxis überführt werden können.“ (APA/tab)