© Stefan Seelig Wien stellt die medizinische Beratung in der Nacht und am Wochenende neu auf. Anrufe an den Ärztefunkdienst werden zunächst von der Gesundheitsberatung 1450 übernommen und bei Bedarf an Ärzt:innen weitergeleitet.
Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 wird erste Anlaufstelle für den Ärztefunkdienst Wien während dessen Betriebszeiten. Seit Anfang Mai werden Anrufer:innen, die werktags zwischen 19:00 Uhr und 07:00 Uhr sowie am Wochenende ganztägig den Ärztefunkdienst unter der Telefonnummer 141 wählen, direkt zur 1450 weitergeleitet. Dort erfolgt eine Ersteinschätzung durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, die die Anrufer:innen an den für sie optimalen Versorgungsort – den „Best Point of Service“ – weiterleiten. Dadurch sollen Kompetenzen gebündelt, Parallelstrukturen reduziert und Effizienzen in der Gesundheitsversorgung gehoben werden, heißt es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).
Durch die Umstellung werden bei 1450 Wien jährlich rund 180.000 zusätzliche Anrufe erwartet. In Wien wird die telefonische Gesundheitsberatung vom Fonds Soziales Wien (FSW) betrieben. FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler betont: „Durch die strukturierte Ersteinschätzung kann direkt abgeklärt werden, wie dringend ein Anliegen ist und welche Versorgung tatsächlich benötigt wird. Das entlastet auch andere Versorgungsorte wie etwa Spitäler. Wir wissen, dass über 75 % der Anrufer:innen den Empfehlungen folgen.“
Erste Zahlen zeigen, dass seit Anfang Mai mehr als 16.000 Anrufe über die 141 bei der 1450 eingegangen sind. In rund 6.700 Fällen (etwa 42 %) konnten die Anliegen durch allgemeine Auskünfte wie Öffnungszeiten, Medikamentenverfügbarkeiten oder Weiterleitungen an andere Gesundheitsservices geklärt werden. In dringenderen Fällen stehen während der Betriebszeiten des Ärztefunkdienstes auch telefonische ärztliche Beratungen oder Hausbesuche zur Verfügung.
„Der Ärztefunkdienst sichert in Wien außerhalb der Ordinationszeiten die hausärztliche Betreuung und ist eine besonders kostengünstige und effiziente Versorgungsform. Durch die Kooperation mit 1450 wird das Angebot verstärkt. Wir gewährleisten dadurch eine rasche medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten und tragen noch stärker dazu bei, unnötige Rettungsfahrten und Spitalsbesuche zu vermeiden,“ betont Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzt:innen der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien:
Die Gesundheitsberatung 1450 wurde in den vergangenen Jahren um zusätzliche Services erweitert. Dazu zählen Terminbuchungen in PVE oder Spitalsambulanzen, das Impfservice der Stadt Wien, die Geburtsinfo Wien, oncare.wien für eine rasche Versorgung mit Erstterminen bei Krebs(verdachts-)diagnosen oder das SMS-Service. Seit März 2024 bietet die1450 in Wien nach entsprechender Triage auch telemedizinische Videoberatung mit Ärzt:innen an. Das ursprünglich als Pilotprojekt gestartete Angebot befindet sich mittlerweile im Regelbetrieb. Seit der Einführung wurden laut Angaben der Stadt rund 11.800 Termine für Videoberatungen gebucht. (APA/tab)