Schulärzt:innen drängen auf digitales Datensystem

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Schul- und Kinderärzt:innen fordern die rasche Einführung der Software SchoolDoc. Die digitale Lösung soll Gesundheitsdaten aus schulärztlichen Untersuchungen erfassen, lässt aber weiterhin auf sich warten. 

Die bei Schuluntersuchungen erhobenen Gesundheitsdaten werden mangels einer einheitlichen Softwarelösung bis dato nicht zentral ausgewertet. Mit diesen Daten könnte man nicht nur Rückschlüsse auf den Gesundheitsstatus ziehen, sondern auch soziale Ungleichheiten bei der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen identifizieren, argumentieren die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) und die Gesellschaft der Schulärzt:innenÖsterreichs (GSÖ). Bereits 2023 hätte die Software SchoolDoc zum Einsatz kommen sollen. Trotz Bemühungen der beteiligten Ministerien warten Österreichs Schulärzt:innen noch immer auf die Einführung des digitalen Datensystems. 

Laut Tätigkeitsberichten der Bundesschulärzt:innen wurden im Schuljahr 2023/2024 allein an Bundesschulen 260.000 Untersuchungen und 198.000 weitere Konsultationen durchgeführt. Die dabei erhobenen Daten könnten mit SchoolDoc systematisch genutzt werden, etwa zur Entwicklung passgenauer Präventionskonzepte oder zur regionalen Planung von Versorgungsstrukturen, so die beiden Fachgesellschaften. Obwohl die Software bereits seit längerem fertig entwickelt sei, warten Österreichs Schulärzt:innen weiterhin auf ihre Umsetzung. 

„Wir appellieren dringend an die politischen Verantwortlichen, die Implementierung von „SchulDoc“ uneingeschränkt zu unterstützen. Kinder- und Jugendgesundheit darf keine politische Verhandlungsmasse sein! Beide Ministerien betonen ihre Unterstützung, woran scheitert es dann?“, so Angela Huber, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärzt:innen Österreichs. Reinhold Kerbl, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde: „Es ist höchste Zeit, den Blindflug bezüglich Gesundheitsdaten an Österreichs Schulen durch ein modernes Dokumentationssystem endlich zu beenden.“ (APA/tab)