v.l.n.r.: Bernhard Mraz (Novartis Pharma), Kathrin Strasser-Weippl (OeGHO), Dejan Baltic (Amgen), Evelyn Walter (IPF) © PHARMIG Klinische Forschung bringt Patient:innen, Ärzt:innen, den Kliniken, an denen geforscht wird, und der Volkswirtschaft viel, zeigt eineAnalyse. Expert:innen treten daher nun für deren Ankurbelung ein.
Bereits zum zweiten Mal hat das Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) im Auftrag des Verbands der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) analysiert, was industriegesponserte klinische Forschung der Volkswirtschaft Österreichs bringt und die Daten aus 2018 mit den neuen Daten aus 2025 verglichen. Das Ergebnis wurde nun bei einem Pressegespräch vorgestellt. Es zeigt, dass die volkswirtschaftliche Bedeutung klinischer Forschung weiter zunahm. IPF-Geschäftsführerin Evelyn Walter: „Die Bruttowertschöpfung stieg von 144 Millionen Euro auf 174 Millionen Euro, und auch die Zahl der Arbeitsplätze, die durch die Forschung geschaffen und gesichert wurden, wuchs von 2021 auf 2276 an.“ Laut Walter entlastet die Forschung das Gesundheitssystem auch in erheblichem Umfang: Zuletzt wurden pro Jahr medizinische Leistungen im Wert von 122 Millionen Euro von der pharmazeutischen Industrie finanziert. Inflationsbereinigt liegt dieser Betrag unter jenem von 2018 mit 135 Millionen Euro. Das liegt auch daran, dass die Zahl der Studien um zwölf Prozent abnahm und zuletzt bei jährlich 430 lag. Für die Analyse des IPF wurden Daten aus 600 industriegesponserten klinischen Prüfungen (IGKP) aus den Jahren 2020 bis 2024 untersucht, der Schwerpunkt lag im Bereich der Onkologie. Durchschnittlich wurden bei den IGKP zwölf Patient:innenwährend fast 40 Monaten behandelt.
Dass klinische Forschung aber weit mehr ist als bloß Medizin und nicht nur Effekte auf die Wirtschaft hat, verdeutlicht auch, was die Medizinische Leiterin der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (OeGHO) sowie Leiterin des Tumorzentrums Oberösterreich Kathrin Strasser-Weippl bei dem Gespräch sagte: „Wird an einer Klinik geforscht, dann macht sie das für Ärzt:innen attraktiv, und junge Ärzt:innen können durch die Möglichkeit der Teilnahme an Innovation eher an der Klinik und in Österreich gehalten werden.“ Für Patient:innen biete die Einbindung in Studien wiederum oft die einzige Chance, eine innovative Therapie zu bekommen.
Sowohl Strasser-Weippl, als auch Dejan Baltic und Bernhard Mraz, beide vom Committee Klinische Forschung der Pharmig, betonten in Anbetracht des hohen und vielfältigen Mehrwerts der klinischen Forschung, dass eine nationale Strategie zur Ankurbelung der Forschung an den heimischen Kliniken nötig sei. Hilfreich wären schon kleinere Maßnahmen, wie ein einheitlicher Kostenerstattungskatalog für wiederkehrende Studienleistungen, die österreichweite Harmonisierung der Rahmenverträge, die für wissenschaftliche Studien zwischen den Sponsoren und Studienzentren abgeschlossen werden, oder die Vermeidung von Mehrfachverträgen pro Standort. (sst)
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