Pflege der Mundschleimhaut: Wie wichtig die gute und vor allem richtige Pflege der Mundschleimhaut ist, weiß DGKPin Bettina Fiedler, BScN MSc, vom LKH-Universitätsklinikum Graz. Ein Symptom (Xerostomie), das am Lebensende oft unterschätzt wird, erkannt jedoch mit unterschiedlichen Maßnahmen zu einer deutlichen Linderung gebracht werden kann. Neben Akupunktur und elektrischer Stimulation der Nerven können auch z. B. Handausstreichungen zur Aktivierung des Parasympathikus führen und so die Speichelproduktion anregen.
Luft mit Geschmack? Regina Atteneder-Schönböck, MSc, vom Kepler Universitätsklinikum in Linz berichtete über ALS-Patient:innen, die bei Fortschreiten der Erkrankung durch die zunehmende Schluckstörung auf Essen im herkömmlichen Sinn verzichten müssen. Durch die Möglichkeit, „Luft mit Geschmack“, sogenannte Schaumkost, anzubieten, kann zumindest der Genuss eines Geschmackserlebnisses ermöglicht werden– und Essen ist, wie wir wissen, Lebensqualität.
Rituale: Kulturelle Rituale nach dem Tod sind nicht nur für Hinterbliebene wichtig, sondern für alle Personen, die Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten. DGKPin Bettina Fehrenbach gab einen Einblick in die Rituale anderer Kulturen, wie z. B. Judentum, Hinduismus oder Buddhismus. Allen Ritualen gleich ist die Bedeutung, dass sie Struktur, Halt und Sicherheit geben. Sie schaffen Ordnung im Chaos und eine Atmosphäre der Würde.
Wundversorgung:„Wundherum“ gut versorgt bei palliativen, exulzerierten Wunden fühlten sich alle Teilnehmer:innen, als DGKPin Anamarija Ramones aus Innsbruck und DGKPin Kerstin Leutner aus Linz sie bei den Grundlagen der palliativen Wundversorgung und damit bei herausfordernden Situationen auf den neuesten Stand brachten. Oberste Priorität in der Versorgung von Wunden haben in diesem Setting die Linderung belastender Symptome und der Erhalt von Würde, Autonomie und Lebensqualität. Vor allem exulzerierte Tumorwunden stellen oftmals große Herausforderungen dar. Hier führt modernes Wundmanagement zu mehr Lebensqualität und hilft somit auch, Scham und Ekel bei betroffenen Patient:innen etwas zu reduzieren.
Wer kennt sich noch aus?Das versuchte uns Univ.-Prof.in Priv.-Doz.inDDr.in Eva Katharina Masel, MSc, zu beantworten.
Auf den Punkt gebracht: Interdisziplinäres Assessment und Therapiezielfestlegung müssen kommuniziert, dokumentiert und regelmäßig reevaluiert werden. „Es gibt kein Recht auf medizinisch nicht indizierte/zielführende Maßnahmen“ – und die wichtigste Take-Home-Message: Palliative Care geht uns alle an.
4 Jahre Erfahrung mit dem Sterbeverfügungsgesetz zeigen, dass es zu erheblichen ethischen, psychosozialen und fachlichen Herausforderungen kommt. Dr.in Sinikka Prajczer, PhD, aus Tirol zeigte uns die Defizite in der Betreuung von Betroffenen und Angehörigen bei diesem schwierigen Thema auf. Schwierig dabei sind auch die Spannungsverhältnisse zwischen Gesetz, Werten und den institutionellen Vorgaben. Umso wichtiger jedoch ist es, die Teams vor Ort dahingehend gut zu schulen und zu unterstützen.
Tiertherapie: Für einen gelungenen Abschluss des Fortbildungstages sorgte Therapiehund Merlin mit Hundeführerin DGKPin Bettina Kager-Reich. Die Teilnehmer:innen erhielten einen Einblick in die Tiertherapie im palliativen Setting und in ihre positiven physischen, psychischen sowie sozialen Effekte. Sowohl Patient:innen als auch Behandlungsteams schätzen diese Besuche sehr – wir auch.