Die TIME-HF-Studie untersuchte in Indien, ob ein pflegegeleitetes, durch mobile Gesundheitstechnologien unterstütztes Versorgungsmodell die Umsetzung leitliniengerechter Therapien bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz verbessern kann. Die Cluster-randomisierte Studie inkludierte 1.507 Patient:innen mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF; LVEF ≤ 40 %) an 22 Zentren. Das neue Versorgungskonzept umfasste eine enge Zusammenarbeit von geschulten Pflegekräften und Ärzt:innen, regelmäßige Nachkontrollen, Beratung zu Lebensstil und Medikamenteneinnahme, sowie eine App zur Überwachung von Symptomen und zur Kommunikation.
Nach einem Beobachtungszeitraum von zwei Jahren erhielten signifikant mehr Patient:innen in der Interventionsgruppe die empfohlene Herzinsuffizienztherapie (37,3 % vs. 22,1 %). Zudem war die Wahrscheinlichkeit einer verhinderten Hospitalisierung höher (84,0 %; 95-%-KI [82,2–85,8] vs. 79,4%; 95-%-KI [77,7–81,2]; p < 0,001) und die Sterblichkeit konnte gesenkt werden (HR 0,75; 95-%-KI [0,63–0,95]; p = 0,028).
Bedeutung für die Praxis: Die Ergebnisse zeigen, dass ein strukturiertes, pflegekoordiniertes und digital unterstütztes Versorgungskonzept die Umsetzung evidenzbasierter Therapien und die klinischen Ergebnisse bei Herzinsuffizienz insbesondere in Ländern mit begrenztem Zugang zu spezialisierten Versorgungsangeboten signifikant optimieren kann.