Pharmaindustrie warnt vor Risiken für Arzneimittelversorgung 

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Am heutigen World Patient Safety Day macht die Pharmaindustrie auf Probleme bei der Verfügbarkeit von Arzneimitteln aufmerksam. Zunehmend stärker davon betroffen sind Psychopharmaka. 

Der Tag der Patient:innensicherheit am 17. September steht heuer unter dem Motto „Safe care for life!“. Passend dazu macht der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (PHARMIG) auf die Themen Medikamentensicherheit und -verfügbarkeit aufmerksam. Während die Sicherheit von Arzneimitteln über ihren gesamten Lebenszyklus gut überwacht werde, erschweren externe Faktoren wie geopolitischen Krisen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und globale Lieferketten zunehmend die Versorgung, betont die PHARMIG. Deren Generalsekretär Alexander Herzog verweist zudem darauf, dass in Österreich monatlich bis zu 20 Produkte aus dem Erstattungskodex fallen, weil häufig die Preise die Kosten für die Unternehmen nicht mehr decken. „Dadurch verringert sich die Arzneimittelvielfalt, was wiederum zu Lasten der Patientinnen und Patienten geht und zeigt, wie wichtig Standortpolitik für die Versorgung ist“, betonte Herzog. Auch die Preis- und Erstattungspolitik müsse den Wert und Nutzen von Arzneimitteln berücksichtigen.

Konkret wirken sich die Lieferengpässe derzeit vor allem bei Psychopharmaka aus. Die Lage sei „nicht gut“, erklärte Monika Vögele vom Verband der österreichischen Arzneimittelvollgroßhändler (PHAGO) gegenüber ORF.at. Bei der Bevorratung von Neuroleptika gebe es Schwierigkeiten. Ebenso weisen die Lagerbestände der PHAGO einen Mangel bei bestimmten Antipsychotika auf.

Auch Günter Klug, Psychiater und Obmann von pro mente Austria, bestätigt gegenüber ORF.at Engpässe. Für psychisch belasteten Menschen sei die Situation besonders belastend, da vielen die Kraft fehle, ihr Medikament in mehreren Apotheken zu suchen. Klug plädiert für mehr Informationsaustausch zwischen den Versorgungsbereichen. Krankenhausapotheken hätten immer wieder Medikamente vorrätig, die im niedergelassenen Bereich nicht verfügbar seien. Mehr Austausch könnte verhindern, dass Patient:innen nach der Entlassung aus dem Spital ihr dort begonnenes Medikament nicht mehr erhalten. (tab)