Eine gemeinsame Stellungnahme der National Psoriasis Foundation (NPF) und des International Psoriasis Council (IPC) stellt die bisherige Praxis des routinemäßigen Screenings auf latente Tuberkulose (TB) bei Psoriasistherapie mit IL-17- oder IL-23-Inhibitoren infrage. Während für TNF-Inhibitoren ein erhöhtes TB-Reaktivierungsrisiko gut dokumentiert ist, ist die Evidenz hierfür unter IL-17- und IL-23-Inhibition gering.1
Für die Stellungnahme wurden präklinische Daten, klinische Studien, Real-World-Daten sowie das FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) ausgewertet. Klinische Studien und Real-World-Daten zeigten unter IL-17- und IL-23-Inhibitoren nur ein sehr geringes Risiko für eine Progression von latenter zu aktiver TB. Für IL-23-Inhibitoren wurden beispielsweise bei 4.399 Patient:innen unter Guselkumab (10.787 Patientenjahre), 1.413 unter Tildrakizumab und 2.072 unter Risankizumab (7.927 Patientenjahre) keine TB-Reaktivierungen beobachtet. Auch die FAERS-Analyse ergab unter 96.351 Sicherheitsmeldungen zu IL-17- oder IL-23-Inhibitoren keinen Fall einer extrapulmonalen TB mit Organbeteiligung. Im Vergleich dazu fanden sich unter 139.825 Meldungen zu TNF-Inhibitoren 26 entsprechende Fälle.
Fazit für die Praxis: Das von 87,5 % der abstimmenden Expert:innen unterstützte „Position Statement“ kommt daher zu dem Schluss, dass ein routinemäßiges Screening auf latente TB vor oder während einer Psoriasistherapie mit IL-17- oder IL-23-Inhibitoren nicht erforderlich ist. Ausnahmen können bei erhöhtem individuellem Risiko, etwa in TB-Endemiegebieten oder bei zusätzlicher immunsuppressiver Therapie, sinnvoll sein.