Neue Phase-III-Daten zeigen, dass moderne orale Psoriasistherapien ein zunehmend hohes Wirksamkeitsniveau erreichen – mit hohen Raten nahezu vollständiger oder vollständiger Hautclearance und anhaltendem Therapieerfolg.
Für den hochselektiven oralen TYK2-Inhibitor Zasocitinib präsentierte April W. Armstrong Langzeitdaten aus LATITUDE-PsO-3001 und -3002. Die Wirksamkeit blieb unter kontinuierlicher Therapie bis Woche 52 bzw. 60 weitgehend erhalten. In LATITUDE-PsO-3002 behielten 81,3 % der PASI-100-Responder ihre vollständige Hautclearance bis Woche 60; PASI 90 und sPGA 0/1 blieben bei über 90 % der jeweiligen Responder erhalten.1
Besonders aussagekräftig sind die von Linda Stein Gold präsentierten Daten der Phase-III-Studie LATITUDE Atlas mit einem direkten Vergleich zu Deucravacitinib. In Woche 16 erreichten unter Zasocitinib 62,5 % versus 34,0 % einen PASI 90 und 36,5 % versus 13,9 % einen PASI 100. Damit war Zasocitinib über mehrere Hautclearance-Endpunkte überlegen; Unterschiede wurden bereits ab Woche 8 beobachtet.2
Einen anderen zielgerichteten oralen Ansatz bietet Icotrokinra, ein selektives orales Peptid, das die Bindung von IL-23 an seinen Rezeptor blockiert. In ICONIC-LEAD wurde Icotrokinra auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren untersucht. Besonders hohe Ansprechraten wurden in dieser Altersgruppe beobachtet: Nach 52 Wochen erreichten 86 % PASI 90 und 57 % PASI 100.
Richard B. Warren präsentierte beim EADV zudem die 2-Jahres-Daten der Phase-III-Studie ICONIC-TOTAL bei Erwachsenen und Jugendlichen mit Psoriasis an besonders belastenden Lokalisationen. Bis Woche 112 zeigte sich eine hohe und anhaltende Krankheitskontrolle und keine neuen Sicherheitssignale wurden beobachtet.3
Fazit für die Praxis: Die neuen Daten zeigen, dass sich die Wirksamkeit oraler Psoriasistherapien einem hohen, bislang insbesondere mit modernen Biologika assoziierten Niveau annähert. Direkte Vergleiche mit IL-17- oder IL-23-Biologika fehlen jedoch weitgehend, sodass eine Gleichwertigkeit derzeit nicht abgeleitet werden kann.