Diagnose und Therapie der Helicobacter-Infektion

Obwohl eine Ansteckung mit Helicobacter pylori zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten zählt, ist die Prävalenz in vielen Regionen der Welt rückläufig.
In Deutschland sind ca. ein Drittel Träger des Bakteriums, eine im Vergleich mit anderen EU-Ländern niedrige Zahl. Das individuelle Risiko wird durch Faktoren wie geografische und ethnische Zugehörigkeit, sozioökonomischen Status sowie Hygienebedingungen bestimmt. Ein höheres Erkrankungsrisiko haben ältere Personen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Betroffene mit H.-pylori-assoziierten Erkrankungen in der Familienanamnese. Außerdem begünstigt eine Dauermedikation mit ASS oder NSAR die gastroduodenale Ulkuskrankheit sowie Folgeerkrankungen. Eine Infektion mit H. pylori kann aber auch unbemerkt bleiben und zeitlebens symptomfrei verlaufen. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, meist stecken sich Kinder bei Erwachsenen innerhalb der Familie an. Eine Ansteckung zwischen Erwachsenen ist eher selten, der genaue Übertragungsweg ist aber noch ungeklärt.

Diagnostik

Invasive Methoden zur Diagnostik sind die Histologie, ein Urease-Schnelltest, die Anlage einer Kultur bzw. Nachweis per PCR im Rahmen einer Gastroskopie. Nichtinvasiv stehen ein C-Harnstoff-Atemtest, ein Antigennachweis im Stuhl sowie ein IgG-Antikörpernachweis im Blut zur Verfügung. Für eine korrekte Diagnostik sollten 2 positive Testergebnisse mit unterschiedlichen Verfahren vorliegen, in der Praxis genügt für den Beginn einer Eradikationstherapie ein positiver Test auf H. pylori bzw. der histologische Nachweis bei Vorliegen einer chronisch aktiven Gastritis. Der Erfolg einer Eradikationstherapie hängt von der Compliance sowie vom Ausmaß der Säurehemmung ab. Absolute Kontraindikationen sind dabei nicht bekannt. Bei der Auswahl des Therapieschemas sollte immer an eine mögliche Antibiotikaresistenz gedacht werden (siehe Kasten).

Indikationen zur Testung

Beim peptischen Ulcus ventriculi oder duodeni ist eine Testung auf H. pylori indiziert. Dabei sollten von dem Ulkus mindestens 8 Biopsien entnommen werden, eine Kontrolle zum Ausschluss eines Malignoms sollte nach 4–8 Wochen erfolgen. Beim gastralen MALT-Lymphom kann – unabhängig vom Status des H. pylori – sofort mit einer Eradikationstherapie begonnen werden. Weitere Indikationen für eine Testung sind eine ungeklärte Eisenmangelanämie, eine Dyspepsie, eine idiopathische thrombozytopenische Purpura sowie das Auftreten gastroduodenaler Blutungen unter Einnahme von ASS, P2Y12-Inhibitoren, Antikoagulanzien oder NSAR. Eine gastroösophageale Refluxerkrankung allein stellt noch keine Indikation für die Testung auf H. pylori dar. Da die Helicobacter-Infektion einen wesentlichen Risikofaktor für das Magenkarzinom darstellt, sollten Personen mit erhöhtem Risiko ab 40 Jahren auf H. pylori getestet werden.