Strukturelle Defizite in der Schmerzmedizin

Wie viele Menschen in Österreich unter chronischen Schmerzen leiden, wird vielfach unterschätzt. Laut Angaben der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) sind Schmerzen in der österreichischen Bevölkerung weit verbreitet: Bis zu 1,8 Millionen Menschen sind von unterschiedlichen Arten chronischer Schmerzen betroffen; allen voran Kreuzschmerzen. Bei etwa 350.000 haben sich die Schmerzen bereits zu einer eigenständigen schweren Erkrankung mit massiver Chronifizierung entwickelt.

Was die Häufigkeit chronischer Schmerzen angeht, liegt Österreich im internationalen Schnitt. Damit hört die Vergleichbarkeit aber auch schon auf. Anders als in anderen europäischen Ländern existiert in Österreich keine strukturierte, abgestufte und flächendeckende Versorgung für chronische Schmerzpatienten, die internationale Qualitätskriterien erfüllt. Die Defizite liegen primär im strukturellen Bereich.

Die Defizite beginnen mit der Ausbildung – noch immer gibt es in Österreich keine universitäre Schmerzausbildung –, ziehen sich über eine teilweise prekäre Versorgungslage – die Unterversorgung an Schmerzambulanzen ist alarmierend – und gipfeln in einer immer noch fehlenden Spezialisierung. Im Interview mit Dr. Isabella Bartmann findet die Schmerztherapeutin OÄ Dr. Gabriele Grögl-Aringer, Past President der ÖSG, deutliche Worte und ortet eine Ignoranz gegenüber dem steigenden Bedarf an schmerzmedizinscher Versorgung.
Einmal mehr werden auch in der Schmerzmedizin strukturierte Versorgungskonzepte gefordert!

AutorIn: Susanne Hinger

Redaktionelle Leitung, Ärzte Krone


AEK 23|2019

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2019-11-29