Atopische Erkrankungen wie allergische Rhinitis und Asthma sind eng mit gestörtem Schlaf assoziiert; beispielsweise tritt die obstruktive Schlafapnoe bei Allergie-Patient:innen signifikant häufiger auf. Die Erkrankungen beeinflussen sich gegenseitig: Inflammatorische Prozesse verstärken sich durch nächtliche Hypoxien, was wiederum die Kontrolle der allergischen Erkrankung verschlechtert.1
Beinahe jede:r 4. Österreicher:in leidet an einer Allergie, die Symptome wie Heuschnupfen und allergische Reaktionen der Augen oder der Haut verursacht.2 In den letzten Jahrzehnten wurde eine Steigerung der weltweiten Prävalenz von allergischer Rhinitis beobachtet.3 Die Erkrankung stellt daher ein globales Gesundheitsproblem dar, von dem zunehmend nicht nur die physischen Symptome, sondern auch ihr Einfluss auf die Psyche in den Fokus rücken. Eine rezente Metaanalyse fand bei einem Viertel der Patient:innen mit allergischer Rhinitis eine Depression oder Angststörung, während Schlafstörungen noch häufiger auftraten: Eine unzureichende Schlafdauer wurde mit 59 % bei der Mehrheit der Patient:innen registriert, während bei 48 % eine schlechte Schlafqualität, bei 36 % Insomnie sowie bei 33 % eine Beeinträchtigung des Schlafes registriert wurden. Schlafstörungen sind somit ein häufiges Begleitsymptom der allergischen Rhinitis.4
Die Schwere der allergischen Rhinitis ist eng mit der Beeinträchtigung des Schlafes verknüpft: Je ausgeprägter die Symptome, desto stärker sind Schlafqualität und -dauer eingeschränkt. Schlechter Schlaf führt zu Tagesmüdigkeit, kognitiven Einschränkungen und verminderter Lebensqualität und verstärkt umgekehrt die allergische Symptomlast. Allergische Rhinitis gilt damit als relevanter Risikofaktor für Schlafstörungen wie Insomnie und obstruktive Schlafapnoe. Eine wirksame Therapie sollte daher neben der Symptomkontrolle auch schlafbezogene Beschwerden adressieren, einschließlich eines routinemäßigen Screenings auf Schlafstörungen im Management der allergischen Rhinitis.4
Laut den neuen ARIA-Leitlinien, die ein zentrales Dokument zu Behandlungsempfehlungen der allergischen Rhinitis sind, stellen intranasale Kortikosteroide (INCS) einen zentralen Baustein in der medikamentösen Therapie moderater bis schwerer allergischer Rhinitis dar. Für die symptomatische Behandlung werden Kombinationen aus intranasalen Antihistaminika (INAH) und INCS gegenüber Monotherapien bevorzugt empfohlen, wenn eine stärkere Symptomkontrolle benötigt wird.5 Klinische Studien konnten mit einer INAH/INCS-Kombination nicht nur eine deutliche Verbesserung der Symptomatik, sondern auch der Lebensqualität, einschließlich des Schlafes, nachweisen.6, 7 Dadurch bietet sich die Chance, nicht nur nasale Symptome zu lindern, sondern auch Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden – und damit die Gesamtgesundheit der Patient:innen – nachhaltig zu verbessern.