Basispflege bei entzündlichen Hauterkrankungen

Psoriasis und die atopische Dermatitis sind Beispiele für entzündliche Hauterkrankungen, welche sich grundsätzlich in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf deutlich voneinander unterscheiden. Dennoch profitieren beide Krankheitsbilder von einer intensiven Hautpflege, welche eine wirksame Unterstützung zur jeweiligen medikamentösen Therapie darstellt. In beiden Fällen kann eine konsequente Basispflege mit spezifischen Produkten die schubfreien Intervalle deutlich verlängern und somit die Lebensqualität der Patienten massiv verbessern.

Trockene Haut als Gemeinsamkeit

Psoriasis beginnt meist im Erwachsenenalter und zeigt sich zunächst mit kleinen roten Flecken an typischen Körperstellen, wie etwa Ellbogen, Knie oder Kopfhaut. Diese dehnen sich mit der Zeit aus und beginnen zu schuppen. Die Erkrankung verläuft in Schüben und kann mit Juckreiz einhergehen. Die eigentliche Ursache der Psoriasis ist nicht bekannt. Die Bereitschaft der Haut, psoriatisch zu reagieren ist jedoch erblich bedingt. Durch verschiedene Auslöser (Infektion, Stress, Medikamente et cetera) kann die Krankheit schließlich ausbrechen.

Im Gegensatz dazu hat die atopische Dermatitis ihren Beginn meist schon im Kindesalter. Eine genetische Prädisposition ist jedoch auch hier gegeben, die Haut reagiert auf unterschiedliche Reize durch eine Überreaktion des Immunsystems besonders heftig, betroffene Hautareale sind vor allem Armbeugen und Kniekehlen. Beiden Erkrankungen gemeinsam ist die extreme Trockenheit der Haut, nicht selten verbunden mit starkem Juckreiz.

Basispflege als Schubprophylaxe

Akute Krankheitsphasen erfordern einerseits eine ärztliche Behandlung mit topischen Arzneimitteln, andererseits hat die begleitende Pflege einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden. In diesem Stadium empfehlen sich milde Pflegeprodukte mit einem etwas höheren Wassergehalt, individuelle magistrale Rezepturen ermöglichen eine zielgerichtete Therapie. Haben sich die akuten Ekzeme durch die medizinische Behandlung weitgehend zurückgebildet, so ist eine konsequente Pflege mit speziellen Produkten von besonderer Bedeutung. Neuerliche Schübe können dadurch verzögert, vielfach sogar verhindert werden.

Zur Reinigung des Körpers ist Duschen empfehlenswert. Dabei sollte die Wassertemperatur nicht zu hoch sein, da heißes Wasser die Haut zusätzlich austrocknet. Kühles Wasser hingegen übt einen Kältereiz auf den Körper aus, wodurch endogenes Cortison ausgeschüttet wird. Dies bewirkt sowohl einen entzündungshemmenden als auch juckreizstillenden Effekt. Als Reinigungsprodukte eignen sich pH-neutrale flüssige beziehungsweise feste Syndets sowie rückfettende Bade- oder Duschöle, welche meist pflanzliche Öle enthalten. Die Lipide können leicht in die oberste Hornschicht eindringen und ersetzen das fehlende Fett der Hautbarriere. Der verbleibende Ölfilm verhindert einen zu raschen Feuchtigkeitsverlust und damit ein übermäßiges Austrocknen der Haut. Psoriatiker profitieren häufig von Produkten mit Meersalz, insbesondere das Salz des Toten Meeres hat positive Wirkung. Wird Baden bevorzugt, so sollte die Badedauer auf maximal 5 bis 10 Minuten beschränkt sein. Im Anschluss wird die Haut mit einem weichen Handtuch vorsichtig abgetupft.

Regelmäßig eincremen!

Um ein Austrocknen zu verhindern, muss die Haut nach jedem Baden oder Duschen eingecremt werden. Häufig werden magistrale Zubereitungen auf Basis verschiedener fettreicher Salbengrundlagen wie Ultrabas®, Excipial® Lipolotion oder Lipocreme verordnet. Eingearbeitet werden beispielsweise pflanzliche Öle, wie etwa Olivenöl oder Jojobaöl. Beim atopischen Ekzem sind auch Nachtkerzenöl oder Borretschsamenöl auf Grund ihres hohen Gehalts an γ-Linolensäure eine wirksame Option. Als Feuchthaltefaktor dient Harnstoff, welcher in verschiedenen Konzentrationen eingearbeitet wird. Bei Kindern ersetzt man Harnstoff durch Glycerin, da harnstoffhältige Produkte auf der Haut brennen können. Als juckreizstillender Wirkstoff wird häufig Polidocanol zugesetzt.

Natürlich können auch verschiedene Fertigpräparate verwendet werden, welche für die speziellen Anforderungen der trockenen Haut entwickelt wurden. Diese enthalten ebenfalls meist einen hohen Anteil an pflanzlichen Ölen, Ceramiden, Fettsäuren, Harnstoff und/oder Glycerin. Spezielle Thermalwässer sorgen für eine feuchtigkeitsspendende und heilende Wirkung. Einige Produkte zeichnen sich durch den Zusatz bestimmter Pflanzenextrakte aus, welche entzündungshemmende und hautberuhigende Effekte aufweisen.

 

Pflanzliche Öle in Pflegeprodukten*

  • Sojabohnenöl
  • Borretschsamenöl
  • Erdnussöl
  • Mandelöl
  • Traubenkernöl
  • Nachtkerzenöl
  • Olivenöl
  • Jojobaöl (Wachs)

* Auswahl

AutorIn: Mag. pharm. Kornelia Baumgartner

Apo-K 02|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-01-31