Neue Studie: Beratung durch Apotheker wirkt

Ausgangspunkt für die aktuelle Publikation war die massive Belastung des US-Gesundheitssystems durch chronische Krankheiten. Rund 50 % aller Erwachsenen US-Bürger befinden sich demnach in mindestens einem chronischem Krankheitszustand. Da 80 % der Behandlungen verschreibungspflichtige Arzneimittel erfordern, sind Interventionen von Apothekern beim Management chronischer Erkrankungen von großem Interesse. Für ein aktuelles Umbrella-Review wurden daher Auswirkungen und Effekte der pharmazeutischen Beratung und Intervention untersucht. Involviert wurden systematische Reviews, narrative Reviews und Metaanalysen aus Datenbanken wie MEDLINE via PubMed, Embase® und Cochrane.

Die Arbeiten, von denen 15 Referenzen die notwendigen Kriterien erfüllten, wurden im Zeitraum 2007–2017 publiziert. Die ausgewählten Publikationen widmeten sich sieben Krankheiten: Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Hypertonie, Herzinsuffizienz, Hyperlipidämie und HIV beziehungsweise AIDS.1

Krankheitsverläufe positiv beeinflusst

Die von Apothekern durchgeführten Interventionen bestanden vorwiegend in der umfassenden Beratung und Schulung der Patienten. Die Ergebnisse zeigen positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf:1

  • Diabetes mellitus: Interventionen führten zu signifikanten Reduktionen beim HbA1c-Wert, beim Gesamtcholesterin und beim LDL-Cholesterin.
  • Bluthochdruck: Die Begleitung durch den Apotheker erwies sich als gute Unterstützung bei der Senkung der Blutdruckwerte.
  • Herzinsuffizienz: Es zeigte sich eine verbesserte Medikationsadhärenz und eine Reduktion der Wiedereinlieferungsrate.
  • Asthma und COPD: Die Studienergebnisse zeigen eine Verbesserung der Lungenfunktion.
  • HIV/AIDS: Die Patienten wiesen eine höhere Therapietreue durch die Begleitung der Apotheker auf.

Daten zur Kosteneinsparung im System erwiesen sich als limitiert, es zeigte sich jedoch in einigen Fällen eine Kostensenkung durch die Apotheker-Intervention bei Diabetespatienten.1

Die Ergebnisse bestätigen eine wissenschaftliche Arbeit, die im Jahr 2018 publiziert wurde. In diesem Literaturüberblick stellte man ebenfalls fest, dass Interventionen durch Apotheker die Therapietreue und gesundheitliche Outcomes verbessern. 22 Studien, über die in 26 Peer-reviewed-Journals berichtet wurde, waren Teil der Publikation. Verbesserungen zeigten sich beim Blutdruckmanagement, hinsichtlich der Cholesterinwerte, bei COPD und bei Asthma.2

 

Literatur:

1 Newman TV, San-Juan-Rodriguez A, Parekh N, Impact of community pharmacist-led interventions in chronic disease management on clinical, utilization, and economic outcomes: An umbrella review. Res Social Adm Pharm. 2020 Jan 14. pii: S1551-7411(19)30553-4. DOI: 10.1016/j.sapharm.2019.12.016

2 Milosavljevic A, Aspden TJ, Harrison J, Community pharmacist led interventions and their impact on patients’ medication adherence and other health outcomes: a systematic review. Int J Pharm Pract. 2018 Oct; 26(5):387–397. DOI: 10.1111/ijpp.12462

AutorIn: Mag. Martin Schiller

Apo-K 04|2020

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2020-02-28