Zur Ergänzung: Ginkgo, Ginseng, Knoblauch und Omega-3-Fettsäuren

Eine Vielzahl an Faktoren wird für die Entstehung oder das raschere Fortschreiten der Demenz verantwortlich gemacht. So wirken sich regelmäßige Bewegung, Gehirntraining (zum Beispiel in Form des täglichen Sudokus oder Kreuzworträtsels, aber auch durch neue geistige Herausforderungen), ein aktives Sozialleben und ausgewogene Ernährung positiv auf die geistige Gesundheit aus und werden als Demenzprävention empfohlen. Tabakrauch und erhöhter Alkoholkonsum haben dauerhaft negative Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit.
Zur langfristigen Prävention kommen häufig Phytopharmaka und Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz. Zu den bekanntesten gehören sicher Zubereitungen aus Ginkgo biloba. Dieser erhöht durch Vasodilatation, Herabsetzung der Blutviskosität und antioxidative Effekte die Mikrozirkulation und führt dadurch zu einer besseren Sauerstoffversorgung im Gehirn. Laut Studien profitieren vor allem Patienten im Anfangsstadium einer Alzheimer-Demenz von der Einnahme von stan­dardisierten Ginkgo-Spezialextrakten. Vorsicht ist jedoch bei antikoagulierten Patienten geboten, da Ginkgo als Antagonist des PAF („platelet-activating factor“) die Thrombozytenaggregation hemmt.

Obwohl die Studienlage zurzeit noch nicht eindeutig ist, werden Zubereitungen aus der Ginsengwurzel zur geistigen Leistungssteigerung und Stimulation sowie zur Erhöhung der Stresstoleranz eingesetzt. Ginseng stimuliert die Hirnrinde und bewirkt eine Steigerung der kortikalen Konzentrationen von Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und cAMP; auch die Thrombozytenaggregation und die Thromboxanbildung werden gehemmt. Ebenso gilt Knoblauch aufgrund seiner gefäßprotektiven und antioxidativen Wirkung als Prophylaktikum bei Demenz.

Neben den erwähnten Phytopharmaka gibt es auch noch weitere Wirkstoffe, wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren (vor allem EPA, DHA und Alpha-Liponsäure, ALA). Diese wirken schwach lipid- und blutdrucksenkend und haben antiinflammatorische und antiarteriosklerotische Eigenschaften. Auch hier ist die ­tatsächliche Wirkung in der Demenzprävention und -behandlung noch nicht eindeutig durch Studien belegt. Vitamin B6, B12 und Folsäure spielen als wichtige Kofaktoren im Abbau von Homocystein zu Methionin und Glutathion eine wesentliche Rolle in der Senkung des Homocysteinspiegels. Ist dieser erhöht, steigt ­damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.

AutorIn: Mag. pharm. Karoline Sindelar, MSc

Apo-K 01|2021

Herausgeber: Ärztekrone VerlagsgesmbH
Publikationsdatum: 2021-01-22