Sexualmedizin – Wissen für die Praxis

Ärzte werden von ihren Patienten zu Themen, die ihr Fachgebiet betreffen, immer als die ersten Ansprechpartner für sexuelle Fragestellungen gesehen. Durch den Besuch der im Rahmen der sexualmedizinischen Woche (18.–23. September, Wien) angebotenen Workshops werden Ärzte zu kompetenten Ansprechpartnern: Sie gewinnen Sicherheit und Leichtigkeit im Umgang mit diversen Problemstellungen zum Thema sexuelle Gesundheit, im Umgang mit sexuell relevanten Erkrankungen, Operationen, Traumata und Medikation.

Workshop-Themen

  • Auf dem Programm stehen heuer Workshops zu folgenden Themen:
  • Heikle Themen in der Sexual-medizin (18.09.2017)
  • Praxisnahe Sexualmedizin aus der Sexualpädagogik (19.09.2017)
  • Praxisnahe Sexualmedizin aus der Gynäkologie (20.09.2017)
  • Therapien bei Sexualstörungen am Prüfstand – was hilft wirklich? (21.09.2017)
  • Sex im Alter (22.09.2017)

Alle Workshops werden im Hotel roomz Vienna abgehalten.
Die Teilnahmegebühr beträgt 275 Euro für einen einzelnen Workshop, bei Package-Buchung (Workshop 1–5) sind ermäßigte 1.100 Euro zu bezahlen.
Pro Workshop können 8 DFP-Punkte erworben werden.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmer-zahl pro Workshop empfiehlt sich eine rechtzeitige Anmeldung.

Mehr Infos dazu unter: www.arztakademie.at/sexmed

 

Kommentar | Dr. Elia Bragagna

Vom 18. bis 22. September finden täglich Workshops zu spannenden und wichtigen sexualmedizinischen Themen statt:

Am Montag geht es los mit „Heikle Themen in der Sexualmedizin“. Behandelt werden die Themen Sexualmedizin und Migration (Bettina Weidinger), sexuelle Abweichungen (Mag. Johannes Wahala) und der Umgang mit heiklen Themen in der Praxis (von mir selber).

Am Dienstag geht es weiter mit „Praxisnahe Sexualmedizin aus der Sexualpädagogik“, einem Thema, das wir aufgrund des großen Interesses im vergangenen Jahr heuer wieder ins Programm aufgenommen haben. Die Sexualpädagogen Bettina Weidinger und Mag. Wolfgang Kostenwein besprechen den richtigen Umgang bei Verdacht auf sexuellen Übergriff und widmen sich der Frage: Was ist in welchem Alter „normal“? Weiters am Programm: das wichtige Thema „Jugendliche und Pornos“ sowie Tipps zum Umgang mit unangenehmen, die Sexualität betreffenden Fragen.

Am Mittwoch geht es um „Praxisnahe Sexualmedizin aus der Gynäkologie“. Genitaler Sexualschmerz (Dr. Doris Köpp), Erregungs- und Orgasmusstörungen – wenn organisch alles passt, wie weiter? (Bettina Weidinger), gute Sexualität trotz Krebs (Prim. Dr. Ingrid Geiss) und anhaltende Erregungsstörung (Dr. Andrea Kottmel) werden behandelt.

Am Donnerstag stellt sich die Frage: „Therapien bei Sexualstörungen am Prüfstand – was hilft wirklich?“ Die Therapie weiblicher und männlicher Sexualstörungen (Dr. Andrea Kottmel und Priv.-Doz. Dr. Florian Wimpissin­ger) sowie Therapien aus der Komplementärmedizin (Prof. Dr. Mag. Gertrude Kubiena) werden beleuchtet. Ich selbst werde der Wirksamkeit verschiedener Sexualtherapien nachgehen.

Beschließen werden wir die Woche mit dem Thema „Sex im Alter“. Über Sexualität in geriatrischen Einrichtungen aus Ärztesicht wird Prim. Dr. Heidemarie Abrahamian sprechen, der Bericht einer Sexualbegleiterin verspricht einen Blick aus einer ganz anderen Perspektive. Anschließend werde ich auf das Thema „Sexualität im Alter“ eingehen, insbesondere darauf, wie und bis zu welchem Alter es realistisch ist, Patienten mit Sexualproblemen medizinisch zu unterstützen. Zum Schluss referiert Dr. Stefan Oberleit darüber, dass Sexualität bis ins hohe Alter mit der richtigen Prävention beginnt.

Zielgruppe der Workshops sind alle Ärzte, die das Bedürfnis haben, ihr Wissen zu diesen speziellen Themen zu ergänzen. Der Bedarf an Fortbildung in diesem Bereich ist enorm, denn eines ist klar: In der medizinischen Ausbildung wird die Sexualmedizin bislang schändlich vernachlässigt.

In Wien bieten jetzt Kollegen, die die Akademie für Sexuelle Gesundheit absolviert haben, einen Block an, in dem Grundlagen der Sexualmedizin vermittelt werden.

Die große Mehrheit der österreichischen Studenten wird aber praktisch ohne sexualmedizinisches Wissen von der Uni entlassen. Immer mehr Kollegen sind sich jedoch der Wichtigkeit der Thematik durchaus bewusst und bereit, sich damit auseinanderzusetzen. Die von der Akademie der Ärzte organisierte „Sexualmedizinische Woche“ und die begleitenden Workshops bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu!

Kommentar von: Dr. Elia Bragagna

Sexualmedizinerin


AutorIn: Dr. Eva Maria Riedmann

A&P 06|2017

Herausgeber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH
Publikationsdatum: 2017-09-01