Strikturotomie oder Ballondilatation bei Morbus-Crohn-Strikturen?

Diese randomisierte Studie aus Indien verglich die endoskopische Ballondilatation (EBD) mit der endoskopischen Strikturotomie (ES) bei 101 Morbus-Crohn-Patient:innen mit symptomatischen Strikturen < 3 cm Länge (gastroduodenal/ileokolonisch sowie De-novo- oder Anastomosenstrikturen). Primärer Endpunkt war das klinische Rezidiv nach einem Jahr. ES zeigte bei ähnlichem technischem Erfolg signifikant geringere Rezidiv- (24,5 % vs. 54,3 %; p = 0,003) und Re-Interventionsraten (23,5 % vs. 52 %; p = 0,004) sowie weniger Notfallbesuche und Hospitalisierungen als die EBD. Die Eingriffszeit war in der ES-Gruppe leicht länger, und Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen meist mild und vergleichbar. Die Regressionsanalyse zeigte, dass die ES die Zeit zu einem Rezidiv und einer Re-Intervention verlängert und dass die EBD und Länge der Striktur die wichtigsten Prädiktoren für das Rezidiv und die Re-Intervention sind. Ob jedoch eine Operation durchgeführt werden musste, hing stärker von Alter, Länge der Striktur und Lokalisation ab als von der Therapieform (ES vs. EBD).

Fazit: Obwohl dies eine monozentrische Studie mit einem Open-Label-Design war, zeigen die Daten eindrücklich, dass eine endoskopische Strikturotomie als „neue“ Intervention bei symptomatischen Strikturen bei Morbus Crohn in erfahrenen Händen in Erwägung gezogen werden sollte.