Evidenz aus kardiovaskulären Endpunktstudien 2018/19 im Kontext

Im Zusammenhang mit DPP-4-Hemmern wurde in den Studien CAROLINA (Linagliptin vs. Glimepirid) und CARMELINA (Linagliptin vs. Placebo) einerseits die kardiovaskuläre Sicherheit von Linagliptin unter Beweis gestell; andererseits liegt mit CAROLINA erstmals auch eine kardiovaskuläre Sicherheitsstudie für einen Sulfonylharnstoff vor, wobei gezeigt wurde, dass Glimepirid eine mit Linagliptin vergleichbare Sicherheit aufwies. Ein kardiovaskulärer Benefit konnte in den Studien nicht demonstriert werden.

In der Wirkstoffklasse der GLP-1-Rezeptoragonisten wurde letztes Jahr die Studie SUSTAIN-6 mit subkutanem Semaglutid und heuer PIONEER-6 mit oralem Semaglutid präsentiert. In beiden Studien wurde die kardiovaskuläre Sicherheit und Überlegenheit gegenüber Placebo demonstriert, wobei die geringe Patientenzahl eine Limitation der Studie darstellt. Heuer wurden auch die Ergebnisse der REWIND-Studie mit Dulaglutid vorgestellt. Die Besonderheit der Studie ist das im Vergleich zu anderen Outcome-Studien geringere kardiovaskuläre Background-Risiko der eingeschlossenen Patienten. Auch in dieser Studie wurde eine Reduktion des primären Endpunktes erreicht.

Für die Substanzklasse der SGLT-2-Inhibitoren wurden zwei Studien publiziert, die den Einsatz in spezifischen Patientengruppen untersuchte. Während Canagliflozin in CREDENCE eine nephroprotektive Wirksamkeit in einer Population mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigte, untersuchte die Studie DAPA-HF Dapagliflozin in einer Kohorte mit Herzinsuffizienz, wobei Patienten mit und ohne Diabetes eingeschlossen waren. Der Vorteil von Dapagliflozin hinsichtlich einer Reduktion von Herzinsuffizienz, kardiovaskulärer und Gesamtmortalität war bei Patienten mit und ohne Diabetes vergleichbar – Ergebnisse, die zu einem Paradigmenwechsel in Hinblick auf den Einsatz von SGLT-2-Inhibitioren führen könnten.