Apotheke als „sicherer Hafen“

Es gehört zu den grundlegenden Aufgaben einer öffentlichen Apotheke, die Versorgungssicherheit der Menschen mit Arzneimitteln sicherzustellen. Die Corona-Pandemie hat viele Menschen verunsichert. Sie finden in der Apotheke einen „sicheren Hafen“. Der Hintergrund: Apotheken bieten einen extrem niederschwelligen Zugang. Das liegt an ihren langen Öffnungszeiten – sie haben rund um die Uhr, sonn- und feiertags, 365 Tage im Jahr geöffnet und sind ohne Termin und Wartezeit zugänglich. Entsprechend viele Personen suchen ihre persönliche Apotheke ums Eck auf – bis zu 500.000 Menschen pro Tag in Österreich.

Erstanlaufstelle immer wichtiger

Mit der Pandemie ist die zentrale Bedeutung der rund 1.400 österreichischen Apotheken als Erstanlaufstelle noch weiter gewachsen. Das Angebot an Dienstleistungen für die Bevölkerung hat mittlerweile einen Höhepunkt erreicht.
Österreichs Apotheken sind heute ein wichtiger Player innerhalb unseres Gesundheitssystems und aus der Pandemiebekämpfung nicht mehr wegzudenken. So zählen die Apotheker zu den wichtigsten Test-Anbietern in Österreich und sind damit international gesehen Vorreiter. Bereits mehr als tausend heimische Apotheken bieten neben Antigentests auch kostenlose PCR-Tests an. Auch die International Pharmaceutical Federation FIP hat dies jüngst in einer Aussendung anerkennend hervorgehoben.

Niederschwellige Angebote

Einmal mehr demonstrieren Österreichs Apotheker ihr großes Engagement bei der Eindämmung der Pandemie. Unser niederschwelliges Testangebot weist den Weg zurück zu Freiheit und Normalität.
Auch im Falle von vorübergehenden Lieferengpässen bei Arzneimitteln und Medizinprodukten können Österreichs Apotheken die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten. Gründe für derartige Engpässe sind zumeist fehlende Produktions- und Lagermöglichkeiten für Medikamente und Medizinprodukte in Europa.

Produktion und Lagerung ins Land holen

Eine von der Apothekerkammer seit Langem und immer wieder geforderte Gegenmaßnahme ist das Zurückverlagern von Medizinprodukte-Produktion sowie -Lagerung nach Europa. Hierzu bedarf es konkreter Schritte vonseiten der Politik auf europäischer Ebene.

Kommentar von: Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr

Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer
© Foto: Apothekerkammer/Christian Husar


MP 03|2021

Herausgeber: AUSTROMED, lnteressensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2021-10-19