Das Schlusswort: Optimistische Wünsche

Die AUSTROMED heißt die neue Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser in ihrer neuen verantwortungsvollen und herausfordernden Aufgabe nach etwas mehr als zwei ­Monaten Amtszeit herzlich willkommen. Ihr Vorgänger Alois Stöger hat mit der Gesundheitsreform ein umfassendes Projekt vorgelegt und wir sind optimistisch, dass auch seine Nachfolgerin die Reform im Fahrwasser von Stöger umsetzt und sogar noch optimieren kann.
Folgende Themen sind uns als Interessenvertretung der ­österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen besonders wichtig:

  • Standortsicherung Österreich: Dringend jene politischen Rahmenbedingungen schaffen, die die gewachsene Struktur und das gesunde Unternehmensumfeld unserer Branche erhalten und diese nicht durch einseitige Maßnahmen zur Kostendämpfung aufs Spiel setzen. Österreich als starker Standort gewährleistet eine patienten- und anwendernahe Versorgung!
  • Health-in-all-Policies: Ressortübergreifende Zusammenarbeit der Ministerien sowie zwischen dem Bund, den Ländern, der Sozialversicherung und der Medizinproduktebranche fördern
  • Öffentliche Ausschreibungen: Im Hinblick auf die neue EU-Richtlinie für die öffentliche Auftragsvergabe ist neben dem Preis auch die Qualität als messbares, objektives und verbindliches Zuschlagskriterium festzulegen. Statt dem Billigstbieterprinzip soll mit der Wahl des „wirtschaftlich günstigsten Angebots“ die Basis für eine hochwertige Patientenversorgung geschaffen werden.
  • Versorgungssicherheit: Raus aus dem Dogma der Mindestversorgung hin zu einer niederschwelligen State-of-the-Art-Versorgung
  • Kostendämpfung: Spardruck weg von der Produkt- und hin zur Prozessebene verlagern, damit die Versorgung mit innovativen und hochwertigen Medizinprodukten nicht ernsthaft gefährdet wird und die Wertschöpfung als Beitrag der Medizinprodukte-Branche an Österreichs Wirtschaft realisiert werden kann.
  • Forschung und Innovation: Wünschenswert wären eine Reduktion des Formalismus bei einem Förderantrag für die Innovationsförderung, klare Kriterien für eine Förderungsvergabe sowie stärkere Unterstützung von Start-up-Unternehmen.
  • Verbesserung des Refundierungssystems: transparente und nachvollziehbare Verfahrensordnung und Anerkennung von Qualität und Innovationen.

Unklar ist uns noch, wie Oberhauser den Themen Kostendämpfung, Ausgabenobergrenzen, Begrenzung und gedeckelten Budget begegnen wird, denn die Qualitätsverbesserung einerseits und die Kostendämpfung und Einschränkungen im Gesundheitswesen andererseits stellen eine „Quadratur des Kreises“ dar.
Jedenfalls schicken wir der Ministerin viel Kraft und gute Nerven­ und hoffen, dass sie ein offenes Ohr für unsere berechtigten Anliegen hat!

Ihr

Mag. Friedrich Thomasberger
AUSTROMED Präsident

AutorIn: Mag. Friedrich Thomasberger

AUSTROMED Präsident


MP 05|2014

Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2014-11-06