Kampfansage den nosokomialen Infektionen

Im Interesse der in Österreich lebenden Menschen sind Bund, Länder und Sozialversicherung als gleichberechtigte Partner übereingekommen, ein partnerschaftliches Zielsteuerungssystem zur Steuerung von Struktur, Organisation und Finanzierung der österreichischen Gesundheitsversorgung einzurichten. Im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit wurden strategische Ziele formuliert und zahlreiche operative Ziele und Maßnahmen vereinbart. Um die Erreichung dieser Ziele und die Umsetzung der Maßnahmen transparent darzustellen, wird vom Gesundheitsministerium regelmäßig ein Monitoringbericht veröffentlicht.
Krankenhausinfektionen stellen im intramuralen Bereich ein immer größer werdendes Problem dar. Im jüngst veröffentlichten, zweiten Monitoringbericht ist unter anderem nachzulesen, dass hinsichtlich der operativen Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen (NI) zwar eine Strategie vorliegt, aber zum geplanten System zur bundesweit einheitlichen Erfassung sowie zur Entwicklung im Zeitverlauf eine „Aussage derzeit nicht möglich“ ist. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Frist dafür Ende 2014 abgelaufen ist. Die Umsetzung der Strategie zur Vermeidung und Reduktion von NI und AMR soll bis Ende 2016 erfolgen. Vonseiten des Gesundheitsministeriums wurde Ende November 2014 „PROHYG 2.0“, eine überarbeitete Version des Standardwerks für Krankenhaushygiene, verabschiedet. Zeitgleich wurde auch der österreichische Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz (NAP-AMR) veröffentlicht.

Die AUSTROMED vertritt mit ihrer Branchengruppe „Desinfektion & Hygiene“ die Ansicht, dass die Vermeidung nosokomialer Infektionen das primäre Ziel aller Maßnahmen sein muss. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Einführung von Direktiven, die für die gesamte Einrichtung und alle Ebenen verbindlich sind. Unumgänglich sind eine stringente Umsetzung der Basishygiene, ein frühzeitiges ­Erkennen und eine optimierte Behandlung der Träger von ­multiresistenten Erregern sowie die Einführung von Eingangsscreenings aller Patienten, im Besonderen aber von Risiko­patienten als Mindestanforderung. Zusätzlich fordern wir regelmäßige Screenings der Beschäftigten im Gesundheitswesen und die Entwicklung eines Maßnahmenplans zum Schutz der Patienten vor Übertragungen.

Damit all diese notwendigen Maßnahmen jedoch umgesetzt werden können, bedarf es einer leistungsorientierten Vergütung, die sich an einer qualitätssteigernden Behandlung orientiert und eine sachgerechte Nachbehandlung abbildet. Dabei ist hervorzuheben, dass präventive Kosten in keinem Vergleich zu den diagnostischen und therapeutischen Kosten einer ­Infektion stehen, darauf haben auch schon andere Institutionen deutlich hingewiesen. Die AUSTROMED wird sich jedenfalls weiterhin für eine Umsetzung der erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen einsetzen!

Last but not least möchten wir Ihnen ab dieser Ausgabe DAS MEDIZINPRODUKT in einem neuen Design präsentieren. Für noch mehr Übersichtlichkeit und Lesefreundlichkeit ­wurde die Optik gründlich überarbeitet und modernisiert. Der „Frühjahrsputz“ hat sich, wie wir meinen, gelohnt – das Ergebnis sehen Sie selbst!

Ihr
Philipp Lindinger

AutorIn: Mag. Philipp Lindinger

Geschäftsführer AUSTROMED


MP 02|2015

Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2015-04-10