Sparen – aber richtig!

Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin, der Unternehmerberatung Droege & Comp. sowie des Medizintechnik- Branchenverbandes Spectaris und des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie kommt zu dem Schluss, dass das Einsparpotenzial innovativer Medizintechnik im Gesundheitswesen „milliardenschwer“ sei. Nun gehen wir davon aus, dass der deutsche Markt rund achtmal größer ist als der heimische, so würden für die Alpenrepublik immer noch beachtliche Summen übrig bleiben, die auch hierzulande lukriert werden können.

Die Studienautoren haben fünf Beispiele zur Prozessoptimierung in Spitälern und Arztpraxen herangezogen und dort ein Einsparpotenzial in Höhe von jährlich knapp 182 Millionen Euro ermittelt. Fünf weitere Beispiele aus dem Sektor der medizintechnischen Produktinnovationen lassen auf weitere 720 Millionen Euro Einsparungen schließen. Nachdem die Studien auch bereits in den Jahren 2006 bis 2009 durchgeführt wurden, würde ein kumulierter Effekt die erwähnten mehreren Milliarden Euro ergeben.

Fakt ist, dass die Einführung von Prozess- und Qualitätsmanagementsystemen oder die Implementierung neuer Diagnosemethoden erst einmal Geld kosten, doch diese Anfangsinvestitionen spielen wohl angesichts der beträchtlichen Einsparmöglichkeiten und der nachhaltigen Kosteneffekte eine vernachlässigbare Rolle. Nur wer kurzfristig denkt, spart lieber bei innovativen Medizinprodukten! Die deutsche Studie widerlegt sehr eindrucksvoll die Auffassung, dass moderne Medizintechnik lediglich ein Kostentreiber sei. Welche Vorteile sich aus dem Einsatz innovativer Produkte für das gesamte Gesundheitswesen ergeben, haben wir in den letzten und auch wieder in der aktuellen Ausgabe von DAS MEDIZINPRODUKT anhand vieler Beispiele demonstriert: kürzere Naht-Schnitt-Zeiten, die optimale Auslastung von OPs, kürzere Liegezeiten für Patienten, die Entlastung des Personals und damit freie Kapazitäten für hochwertige Medizin- und Pflegearbeit sowie Materialeinsparungen. Den Spargedanken in der heimischen Gesundheitswirtschaft unterstützen wir – aber sparen wir am richtigen Platz! Und das heißt: Sparen mit Medizinprodukten und keinesfalls sparen bei Medizinprodukten.

AutorIn: Mag. Philipp Lindinger

Geschäftsführer AUSTROMED


MP 01|2011

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2011-02-18