Wenn es schon brennt, ist es zu spät …

Am 11. Mai 2013 ist die EU-Richtlinie zur Vermeidung von Schnitt- und Stichverletzungen, die sogenannte Nadelstichverordnung, zum Schutz der Mitarbeiter im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen in Kraft getreten. Verletzungen durch spitze oder scharfe Gegenstände sind eine tägliche Gefahr für Beschäftigte im Gesundheitswesen, denn dadurch können mehr als 20 lebensbedrohliche Infektionen übertragen werden. Die Europäische Kommission schätzt die Anzahl der Nadelstichverletzungen in der EU auf 1,2 Millionen jährlich, in Österreich verzeichnet die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) im Schnitt 2.000 Nadelstichverletzungen pro Jahr, wobei die Dunkelziffer weitaus höher ist.
Medizinprodukte-Unternehmen haben schon vor Jahren umfassende Maßnahmen für die Aus- und Weiterbildung, Aufklärung und Information über die richtige Anwendung der neuen Sicherheitsprodukte gestartet. Zudem werden auf Basis kontinuierlicher Forschung und Entwicklung die Produkte der Mitgliedsunternehmen der AUSTROMED laufend mit dem neuesten Stand der Wissenschaft in Einklang gebracht. Insbesondere die Umsetzung eines zentralen Melderegisters muss, nach Meinung der AUSTROMED, noch forciert werden, um jede Verletzung oder Infektion durch scharfe oder spitze Medizinprodukte korrekt erfassen zu können.
In einem Erlass, der nur wenige Tage nach der Diskussion des Themas beim AUSTROMED Business Lunch (siehe Seite 14) vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz veröffentlicht wurde, wird unter anderem speziell darauf hingewiesen, dass die Handhabung von sicheren Instrumenten in der Regel ein Umlernen der Beschäftigten erfordert und dass Schulungen und Unterweisungen somit unverzichtbar sind. In diesem Papier ist auch explizit festgehalten, dass das Argument, „es ist auch in den letzten Jahren nichts passiert“, irrelevant ist. Schließlich ist ein Feuerlöscher auch nicht erst dann zur Verfügung zu stellen, wenn es schon einmal gebrannt hat … Die Auswahl an sicheren Instrumenten am Markt ist groß und es gibt weder einen technischen noch einen medizinischen Grund, nicht auf sichere Instrumente umzustellen. Forciert werden müssen die fachliche Information und Schulungen im Umgang mit den sicheren Medizinprodukten im Berufsalltag. Die AUSTROMED-Mitgliedsunternehmen stehen Ihnen dabei gerne zur Seite!

Ihr

Philipp Lindinger
Geschäftsführer AUSTROMED

AutorIn: Mag. Philipp Lindinger

Geschäftsführer AUSTROMED


MP 03|2013

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2013-06-14