CODYCE-Studie: Einfluss von Metformin auf die endotheliale Dysfunktion

Ziel der vorliegenden prospektiven multizentrischen Studie war es, Unterschiede bei endothelialer Dysfunktion sowie schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE) zwischen prädiabetischen und normoglykämischen Personen mit stabiler Angina und NOCS festzustellen. Darüber hinaus wurde der Effekt von Metformin auf die koronare endotheliale Funktion und MACE in der prädiabetischen Patientenkohorte untersucht.

Methoden: Insgesamt wurden 258 Personen mit stabiler Angina und NOCS (definiert als < 40 % luminale Stenose und fraktionelle Flussreserve [FFR] > 0,8) in die Studie inkludiert. 86 prädiabetische Patienten unter Metformintherapie (PräDM Met) wurden jeweils mit 86 prädiabetischen Patienten ohne Therapie (PräDM) und 86 normoglykämischen Teilnehmern (NG) gematcht. Die endotheliale Funktionsmessung (mittels LAD-Durchmesserbestimmung) erfolgte zu Studienbeginn und nach Acetylcholininfusion. Die MACE-Ereignisrate (kardialer Tod, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz) wurde nach einer Studiendauer von 24 Monaten erhoben.

Ergebnisse: Erwartungsgemäß wies ein geringerer Anteil der normoglykämischen Patienten zu Studienbeginn eine endotheliale Dysfunktion auf als Patienten mit Prädiabetes; innerhalb der prä­diabetischen Kohorte war die Dysfunktion bei Patienten ohne Therapie ausgeprägter als unter Metformin-Behandlung (Abb. 1). Nach einem Follow-up von 24 Monaten lag die MACE-Rate bei normoglykämischen Patienten am niedrigsten, wiederum gefolgt von Patienten unter Metformin; auch hinsichtlich dieses Endpunktes wiesen prädiabetische Patienten ohne Therapie das höchste Risiko auf (Abb. 2).

 

 

 

Schlussfolgerungen

  • Prädiabetes (erhöhte Blutglukose und HbA1c-Werte) ist mit ­erhöhtem oxidativem Stress und Inflammation assoziiert.
  • Erhöhter oxidativer Stress (erhöhte Nitrotyrosin-Werte) kann die endotheliale Funktion bei NOCS-Patienten beeinträchtigen.
  • Ein inflammatorischer Status mit erhöhten Leukozyten-, Granulozyten- und Monozyten-Werten, proinflammatorischen Proteinen und Zytokinen (CRP, IL1, IL6, TNF-&alpha;) kann die Entstehung einer endothelialen Dysfunktion bei Patienten mit NOCS begünstigen.
  • Metformin kann sowohl Inflammation als auch oxidativen Stress bei Patienten mit Prädiabetes verringern, die Endothelfunktion verbessern und in weiterer Folge das Risiko für MACE reduzieren.
Quelle: Sardu C et al., Diabetes Care 2019; DOI: 10.2337/dc18-2356

 

AutorIn: Dr. Christina Nowikow

DF 02|2019

Herausgeber: Österreichische Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner
Publikationsdatum: 2019-05-03