GA 04|2021

Herausgeber: em. o. Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien

Zum Geleit

Editorial

  • Das Alter ist der größte Risikofaktor

    Seit 21 Jahren findet jährlich am 4. Februar der Weltkrebstag statt, in dessen Rahmen die Union for International Cancer Control (UICC) zum gemeinsamen Engagement gegen Krebs aufruft. Dabei wird zunehmend der Tatsache Beachtung ­geschenkt, dass sich nicht nur das Risiko für bestimmte Krebsarten im Laufe des Lebens ändert, sondern dass das statistische Risiko, an Krebs zu erkranken, vor allem auch vom Lebensalter mitbestimmt wird; 2 von 3 Krebs-Betroffenen sind über 65 Jahre alt. Tatsächlich treten bei Frauen 12 % aller Krebsneuerkrankungen in der obersten Altersgruppe (Höchstbetagte­ > 85 a), 26 % bei den Hochbetagten (75–84 a) und etwa 23 % in der Altersgruppe 65–74 auf.

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Seite des BÖG

  • Wie man kluge Entscheidungen anstößt

    Die wenig zufriedenstellende Situation im Aufbau einer Herdenimmunität gegen COVID-19 zeigt in allen westlichen Ländern die Grenzen auf. Man würde doch fast meinen, dass die ­kostenlose Bereitstellung der Impfung vor dem Hintergrund einer doch einschneidenden ­Erfahrung (Lockdowns mit weitreichenden Kollateralschäden) schon ein ausreichendes ­„nudging“ darstellt.

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Podium

  • Sieben Jahre endokrine Therapie bringen das beste Ergebnis

    Die österreichische Studiengruppe ABCSG untersuchte weltweit erstmals die optimale Dauer einer langjährigen Antihormontherapie bei der Behandlung von postmenopausalem Brustkrebs in einer breitangelegten klinischen Studie. ABCSG 16/S.A.L.S.A. stand unter der Leitung der BrustkrebsexpertInnen Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, ­Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Marija Balic, Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Univ.-Prof. Dr. Christian Marth und Univ.-Prof. Dr. Christian Singer sowie weiteren SpezialistInnen der teilnehmenden österreichischen Zentren.

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Focus: Gestationsdiabetes

  • ASCO-Highlights zum Mamma- und Zervixkarzinom

    PARP-Inhibitor Olaparib post(neo)adjuvant beim BRCA1/2-keimbahnmutierten ­Mammakarzinom: In der OlympiA-Studie Benefit von knapp 9 % im 3-Jahres-iDFS.

    Durvalumab ± CT neoadjuvant bei triple-negativem Mammakarzinom (TNBC): 3-Jahres-Daten der GeparNUEVO-Studie zeigen eindrucksvolle PFS- und OS-Verbesserung.

    Vielversprechendes Potenzial einer Diagnostik von zellfreier Tumor-DNA im Liquor zur Früh­erkennung von subklinischen Hirnmetastasen bei TNBC.

    OUTBACK-Studie zu lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom: kein Vorteil für adjuvante Chemotherapie nach kurativer Radiochemotherapie.

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Gynäkologische Onkologie

  • Thin HSILs

    Aktuelle Forschungsmodelle zur Pathogenese des plattenepithelialen Zervixkarzinoms basieren auf der HPV-Infektion des mehrschichtigen, reifen, d. h. glykogenisierten Plattenepithels, in dem klassische thick High-grade Squamous Intraepithelial Lesions (thick HSILs) entstehen.

    Proliferierende Reservezellen und ein unreifes, d. h. noch nicht glykogenisiertes, metaplastisches ­Plattenepithel der Transformationszone (TZ) können jedoch ebenso von HPV infiziert werden, was bisher wenig wissenschaftliche Beachtung fand. Hier entwickeln sich dünne HSILs (thin HSILs) als morphologisch fassbare Manifestationen einer transformierenden HPV-Infektion.

    Ein Großteil der plattenepithelialen Zervixkarzinome entsteht über die HPV-Infektion proliferierender Reservezellen innerhalb des endozervikalen Zylinderepithels.

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Gynäkologie & Geburtshilfe

  • Update Schwangerschaftsdiabetes

    Primär besteht die Therapie des Gestationsdiabetes aus Ernährungsumstellung, ­vermehrter Bewegung – so geburtshilflich möglich – und der Überprüfung des Glukosestoffwechsels mittels Blutzuckerprofil. Dies wird durch Ernährungsberatung und Schulung zu regelmäßigen Blutzuckerselbstmessungen erreicht.

    Stellt sich dadurch kein Therapieerfolg ein, sollte versucht werden, mit Insulin eine gute glykämische Kontrolle zu erlangen.

    Orale glukosesenkende Medikamente (Metformin, Glibenclamid) können nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile unter Einbeziehung der Patientin ebenso Anwendung finden.

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  • Prä- und postkonzeptionelle Beratung von Patientinnen mit Typ-1-Diabetes

    Beim Erstgespräch zur präkonzeptionellen Beratung von Typ-1-Diabetikerinnen sollten zunächst die Anamneseerhebung sowie die Feststellung der aktuellen Therapie und des ­Optimierungsbedarfs erfolgen.

    Weitere Eckpunkte sind die Aufklärung über den Schwangerschaftsverlauf sowie die Festlegung der Therapieziele. Es empfiehlt sich, die Punkte Geburtsmodus und Zeitpunkt der Entbindung erst bei einem Folgebesuch zu besprechen.

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  • Wie geht es nach der Geburt für Mutter und Kind weiter?

    Für Frauen mit Gestationsdiabetes (GDM) ­besteht im Vergleich zu glukosetoleranten ­Schwangeren ein ca. 7–8-mal höheres Risiko, in den nächsten 10 Jahren Typ-2-Diabetes zu ­entwickeln.

    Mit einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT) ca. 6–12 Wochen nach der Geburt sollte der Glukosestoffwechsel-Status reevaluiert werden.

    Bei ca. 35–50 % kommt es in den Folgeschwangerschaften neuerlich zu einem GDM.

    Vielfältiger protektiver Effekt von Stillen auch und besonders bei GDM: Je länger, desto besser.

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  • Patientinnenversorgung während der Pandemie

    Schwangere Frauen und besonders solche mit Diabetes mellitus sind eine vulnerable ­Patientinnengruppe.

    Eine Versorgung von schwangeren Frauen mit Diabetes ist engmaschig erforderlich.

    Das rechtzeitige Erkennen und Behandeln eines Gestationsdiabetes ist auch in der Pandemie wichtig.

    Telemedizinische Versorgung kann die Zahl der Besuche vor Ort deutlich reduzieren, jedoch ist ein ­gänzlicher ­Ersatz durch Telemedizin nicht zu empfehlen.

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  • Schwangerschafts-assoziierte Übelkeit und Erbrechen

    Vor einer medikamentösen Behandlung sollten primär nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Verhaltensänderungen oder diätetische Maßnahmen versucht werden.

    Eine multimodale Therapie unter Einschluss von Antihistaminika als medikamentöse ­antiemetische Erstlinientherapie kann schwere Verläufe vermeiden und die Lebensqualität der Patientinnen verbessern.

    Patientinnen mit schwerer Hyperemesis gravidarum, Elektrolytentgleisung und Dehydratation müssen stationär behandelt werden.

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  • Teenagerschwangerschaft und -geburt

    In Teenagerschwangerschaften ist das Outcome von Müttern und Kindern bezogen auf ­nahezu alle Parameter, die in Studien untersucht wurden, schlechter, wobei sich die ­Verbesserung des Outcomes direkt proportional zum Alter verhält.

    Eine einfühlsame und kompetente nicht bewertende Haltung könnte den Zugang zu Vorsorge­untersuchungen niederschwelliger für die werdenden Mütter gestalten und so eine bessere ­Versorgung und ­Prognose für Mutter und Kind erreichen.

    Die postpartale Verhütungsberatung der jungen Mutter sollte ein zentraler Punkt in der ­Versorgung sein, da eine rasch folgende zweite Schwangerschaft die Situation der Mutter, aber auch die des ersten Kindes entscheidend verschlechtert.

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  • Unterschätzte urogenitale Dermatosen

    Bei anogenitalem Juckreiz, rezidivierenden Infektionen und klinischen Merkmalen sollte an Lichen sclerosus und planus gedacht werden.

    Beratung betroffener Patienten bei sexuellen Funktionsstörungen.

    Eine frühe und konsequente Behandlung kann Komplikationen wie Vernarbungen und das Risiko einer Karzinomentwicklung verringern.

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  • Endokrin aktiv, aber nicht disruptiv

    Bedenken über die Sicherheit von Isoflavonen und Phytoöstrogenen basieren größtenteils auf Tierstudien. Diese spiegeln jedoch nicht die menschliche Physiologie wider.

    Isoflavone sind nicht als endokrine Disruptoren mit nachteiligen gesundheitlichen Folgen einzustufen.

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Junge Gyn

  • ENTOG Multicentre Research Groups

    Die ENTOG Multicentre Research Groups bieten jungen Assistenzärzt*innen aus ganz Europa eine Plattform, um internationale Forschungsprojekte zu initiieren bzw. an einer europäischen Forschungskooperation mitzuwirken.

    Die Bewerbung der Projekte erfolgt über die Social-Media-Kanäle und die Homepage der ENTOG. Durch Teilnahme an einer ENTOG-Forschungskooperation werden aktiv berufliche Kontakte auf europäischer Ebene geknüpft und die Karrieren der Assistenzärzt*innen gefördert.

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Frauengesundheit

  • HWI – auch an den Darm denken

    Da Harnwegsinfekte meist durch die Besiedelung durch Pathogene aus der Darmflora – in der Hauptsache uro­pathogene E.-coli-Stämme – verursacht werden, sollte ein umfassendes Therapiekonzept nicht nur das unmittelbar erkrankte Organ, den Harntrakt, sondern auch die Erregerquelle im Darm adressieren – am besten beides parallel.

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MKÖ News

  • Editorial 04/21
    Liebe Kolleginnen und Kollegen!
     
    Die letzten 18 Monate verlangten uns allen viel ab. Ein Teil von uns war in der Versorgung von COVID-Patienten integriert, einem anderen Teil aber waren die Hände gebunden, da die Versorgung der Nicht-­COVID-Patienten beinahe zum ...Weiterlesen ...
  • Neurogene Darmfunktionsstörungen
    Die Funktionsweise von Darm und Beckenboden ist sehr komplex, dabei spielt die Innervation eine wichtige Rolle. Der Darm selbst verfügt über ein selbstständiges Nervensystem innerhalb der Darmwandmuskulatur, der sogenannte Plexus myentericus, der für die Peristaltik hauptverantwortlich ist; aber auch das ...Weiterlesen ...