Seite des BÖG: Alea iacta est – für immer?

Derzeit stehen allerdings alle Zeichen dagegen, obwohl sich in Österreich alle Fachgremien dafür aussprechen. Wie ist diese einzigartige österreichische Situation zu erklären? Verstehen kann man dies wohl kaum, aber vielleicht nachvollziehen wenn, ein Gesundheitsökonom seine Gedanken zum komplexen Ressourcensystem darlegt (siehe Kommentar). Es mangelt offensichtlich an der Courage und der Ernsthaftigkeit der gesundheitspolitisch Verantwortlichen, welche „Versorgungsmedizin“ deutlich gegenüber der „Vorsorgemedizin“ favorisieren.

Ehrlichkeit, Transparenz und Weitblick: Die Hoffnung, dass vielleicht eine Neubesetzung in der Entscheidungshierarchie irgendetwas ändern könnte, wird sich nicht erfüllen. Nur von einem Systemwandel, der Transparenz in den Geldflüssen schafft, und von einer Finanzhoheit im Gesundheitssystem („Finanzierung aus einem Topf“) ist eine nachhaltige Änderung zu erwarten. Der Paradigmenwechsel von der kurativen zur präventiven Medizin wird in jenen Ländern vollzogen, deren Gesundheitssystembetreiber einen klaren ökonomischen Vorteil außerhalb einer Legislaturperiode berechnen. Dafür braucht es mehr Ehrlichkeit, Transparenz und Weitblick.

Information
Die nächste BÖG-Sitzung findet am Mittwoch, den 27. 6. 2012, ab 19 Uhr statt.
Ort: Fa. Bayer Schering, Herbststraße 6–10, 1160 Wien
AutorIn: Dr. Michael Elnekheli

GA 03|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter
Publikationsdatum: 2012-06-07