Medizinische Fachzeitschriften bleiben Top-Infoquelle

Die Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen e.V. hat im August 2026 die Facharzt-Studie 2026 veröffentlicht. Dafür hat das Institut IFAK Markt- und Sozialforschung 2.566 Fachärzt:innen in Deutschland befragt. Die Studie liefert spannende Insights über das Mediennutzungs-, Informations- und Fortbildungsverhalten der Befragten.
Im Fokus der Studie standen medizinische Fachzeitschriften, die sich auf folgende Fachgebiete spezialisiert haben: Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Innere Medizin, Neurologie/Psychiatrie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Pädiatrie und Urologie. Neben dem klassischen Reichweiten-Wert LpA (Leser pro Ausgabe) wurden auch die Kernleser-Werte sowie die Leser-Blatt-Bindung der Titel ermittelt. Zusammen sind diese Basiswerte relevante Kri­terien für die zielgruppenspezifische Medienauswahl in der Mediaplanung.

Im Vergleich zur Vorgängerstudie von 2024 geben die Reichweiten bei den meisten Titeln leicht nach, der Rückgang bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich. Dabei sind die Reichweiten der medizinischen Fachtitel aber immer noch sehr hoch und es gibt keine Anzeichen, dass der Medienkanal Fachzeitschrift von den Ärzt:innen durch andere Medien ersetzt würde. Vielmehr kombinieren die Fachärzt:innen die verschiedenen Informationsquellen und verlassen sich nicht nur auf eine Quelle. Im Gesamtdurchschnitt erreichen die Fachtitel einen LpA von 47%. Die Spitzenreiter der jeweiligen Fachgruppen erzielen dabei bis zu 83% LpA, werden also von bis zu 83% der Zielgruppe regelmäßig gelesen.

Hohe Relevanz der medizinischen ­Fachzeitschriften

Trotz leicht sinkender Reichweiten der einzelnen Titel zeigen die weiteren Daten der Facharzt-Studie für die Mediengattung „Medizinische Fachzeitschrift“ eine konstant hohe Relevanz und Nutzung. Sowohl als generelle berufliche Informationsquelle als auch für die Fortbildung und im Versorgungsalltag gehört die Fachzeitschrift zu den führenden Quellen: Bei den generell genutzten beruflichen Informationsquellen führen die Fachzeitschriften vor den Kollegengesprächen und Tagungen/Kongressen die Top 3 an, dahinter liegen Fachbücher und Fach-Websites nun fast gleichauf. Vor zwei Jahren lagen diese Quellen mit 39,9% (Fachbücher; heute 34,8%) und 31,2% (Fach-Websites; heute 33,4%) noch weiter auseinander (siehe Abb. 1).

Fachzeitschriften unter Top 3, KI-Anfragen im Mittelfeld

Geht es im Praxisalltag um relevante Informationen zu neuen Therapieoptionen, landen Fachzeitschriften auf Platz 3, hinter Kongressen und Kollegengesprächen. Internetrecherchen via Suchmaschinen sowie in Online-Archiven folgen im Relevanz-Ranking der Informationsquellen.

Erstmals standen im Touchpoint-Relevanz-Check auch die KI-Anfragen (via Google Gemini, ChatGPT, Copilot etc.) zur Auswahl und landeten direkt im Mittelfeld: Für 46% der Fachärzt:innen ist die KI-Anfrage eine relevante Informationsquelle bei neuen Therapien, für 10,3% gehört sie hierbei zu den drei bevorzugten Quellen (siehe Abb. 2).

Die Nutzung verschiedener Social-Media-Angebote und -Portale wurde in der Facharzt-Studie erneut untersucht und erstmals gaben die Fachärzte zusätzlich Auskunft darüber, wozu sie die Portale nutzen: Je nach Plattform fällt dies naturgemäß sehr unterschiedlich aus; generell liegt aber die Informationsbeschaffung an erster Stelle, gefolgt von Unterhaltung, Networking und Fort-/Weiterbildung.

Aktivierungsleistung der Fachzeitschriften

Der Aktivierungs-Check in der Facharzt-Studie zeigt, wozu Fachzeitschriften-Lektüre die Zielgruppen angeregt hat. Neue Therapien (87,8%), neue Angebote für Patient:innen (54,8%) sowie Präparateempfehlungen (53,2%) werden von den Fachärzt:innen in Klinik und Praxis dabei ebenso genannt wie die Teilnahme an Fortbildungen (80%) und Kongressen (67,1%). Aber auch zu weiterer Mediennutzung (Web-Recherche 67,2%) und intensiverer Beschäftigung mit anderen Informationsquellen regt die Lektüre von Fachzeitschriften an.