Ärztekammer kritisiert wiederholte Datenpannen

(c) Ärztekammer für Wien/Stefan Seelig

Eine transparente und konsequente Aufklärung der jüngsten Skandale um Gesundheitsdaten fordert die Bundeskurie niedergelassene Ärzte der Österreichischen Ärztekammer.

„Man kann es nicht oft genug wiederholen: Gesundheitsdaten zählen zu den sensibelsten und wertvollsten Daten überhaupt“, betont Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Und dennoch könne man in jüngster Zeit den Eindruck gewinnen, dass bei diesem Punkt ein erschütterndes Laissez-faire an den Tag gelegt werde, sagt Steinhart vor dem Hintergrund eines neuerlichen Datenskandals – diesmal bei der Plattform „Österreich testet“. „Wir fassen die jüngsten Geschehnisse zusammen: Dosierungsanweisungen von Ärztinnen und Ärzten wurden von Apothekensoftware eigenmächtig geändert und damit Patientinnen und Patienten in Gefahr gebracht, Impfdaten wurden in Excel-Files per Mail herumgeschickt und nun gab es offensichtlich für Apotheken und andere Einrichtungen einfachen Zugriff auf alle Testergebnisse der Plattform samt den dazugehörigen persönlichen Daten. Und all das ohne ernsthafte Konsequenzen oder Aufarbeitung – das ist inakzeptabel“, kritisiert Steinhart.

„Die Datensümpfe müssen endlich trockengelegt werden“, fordert auch Dietmar Bayer, Leiter des ÖÄK-Referates für „E-Health in Ordinationen“. „Wir werden nicht müde werden, transparente und konsequente Aufklärung zu fordern – im Sinne der Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten, aber auch aller anderen Menschen in diesem Land“, unterstreicht Bayer. Man brauche klare Fakten und Informationen über das Ausmaß des Schadens, kein Zudecken und „Weiterwurschteln“.

Parallel wurde ein neuer IT-Fall bekannt: Elf Laptops sind in den vergangenen zwei Wochen aus einem Testcontainer in der Teststraße des Austria Center Vienna (ACV) gestohlen worden. Einen diesbezüglichen Bericht des „Kurier“ bestätigte eine Sprecherin des Arbeiter Samariterbundes (ASBÖ). Demnach war der Container unversperrt, auf den entwendeten Rechnern hätten sich aber keine Patientendaten befunden. Laut Kurzweil wurde die entsprechende Software gesperrt. Die Diebe hätten aber ohnehin nicht in das System einsteigen können, da die dafür notwendigen beiden Token extra aufbewahrt und weggesperrt worden waren.“ (red)

Kurzumfrage: Wie sicher sind Gesundheitsdaten in Österreich?