Ärztekammer kritisiert Zweiklassen-Gesellschaft bei Testzertifikaten

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte fühlen sich gegenüber Apotheken benachteiligt. Sie fordern „dringend“ einen Zugang zur Testplattform, damit ihre Testzertifikate auch über QR-Codes verfügen.

Testungen, die bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, gelten – wenn negativ – zwar als temporäre Eintrittskarte in die Bereiche mit 3-G-Pflicht, allerdings verfügen sie über keinen QR-Code. Das heißt, sie sind nicht maschinell lesbar, was zu Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausreise führen kann. „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bei der Anbindung an die Testplattform wochenlang hinzuhalten, ist nicht nur unlogisch und medizinisch haltlos, sondern ist auch eine sinnlose Verhöhnung und Verunsicherung der Bevölkerung“, kritisiert Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Seine Kritik: „Eine klare Begründung für diese Zweiklassen-Gesellschaft blieb das Gesundheitsministerium bisher schuldig. Termine zur Klärung wurden viele Male verschoben, der Informationsfluss lässt deutlich zu wünschen übrig.

Es gebe überhaupt keinen vernünftigen Grund, warum die Testzertifikate aus dem niedergelassenen Bereich weniger wert sein sollten als diejenigen aus Teststraße oder Apotheke, formuliert Steinhart. „Wir fordern hier, dass das Ministerium seine Versprechen einhält und sich dringend um die Behebung dieses Systemfehlers kümmert. Ordinationen brauchen sofort Zugang zu den erforderlichen Systemen und die Menschen brauchen Klarheit, statt sinnlose Schikanen“, fordert Steinhart. (red)

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