Aktuelle Umfrage zeigt Einstellung zu Telemedizin

Vom eRezept über die eMedikation bis hin zum Video-Telefonat mit behandelnden Ärzten: Telemedizin hat während der Pandemie einen Boom erlebt. Eine neue Umfrage zeigt nun die Vorteile der Telemedizin und Skepsis in der Bevölkerung.

Durch die steigende Lebenserwartung brauchen immer mehr Personen medizinische Behandlung und Pflege. Damit steht das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen, da auf demografische Veränderungen eingegangen werden muss, um die Versorgung und deren Qualität zu sichern. Die Angebote der Telemedizin bieten dem heimischen Gesundheitssystem dabei nicht nur eine neue Chance, den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden, sondern auch am technischen Fortschritt der medizinischen Branche mitwirken zu können.

Das Marktforschungsinstitut „Integral“ sowie diverse Patientenorganisationen haben in einer quantitativen Online-Umfrage unter dem Titel „Telemedizin – Welche Erfahrungen haben Patient*innen damit gemacht?“ erhoben, wie sich der Bereich während der Pandemie entwickelt hat. 1.000 österreichische Erwachsene im Alter zwischen 16 und 65 Jahren sowie 432 Erwachsene, die laut Selbstauskunft an einer chronisch entzündlichen Erkrankung leiden, wurden interviewt. Die Betroffenen sprechen von enormer Zeitersparnis, Experten sind sich sicher, dass gerade ein Video-Call Kontroll- oder Rezepttermine ersetzen kann. Gut jeder Fünfte (21 %) kann sich sehr gut vorstellen, in Zukunft Telemedizin zu nutzen. Vor allem das Telefonieren stößt dabei auf große Beliebtheit mit 75 % Befürwortung, gefolgt vom schriftlichen Verkehr via E-Mail oder SMS (46 %). Auch das Videotelefonieren verspricht Chancen für die Zukunft: 44 % würden auch nach der Pandemie ihre Ärzte per Videokonferenz konsultieren. Gegen Telemedizin spricht spontan vor allem der Wunsch nach einem persönlichen Gespräch und die Angst vor einer ungenauen Diagnose, heißt es in der von AbbVie Österreich unterstützen Umfrage.

Insgesamt kennt umgekehrt knapp ein Viertel aller Befragten den Begriff der Telemedizin nicht, auch die Angebote der Telemedizin wurden noch nicht genutzt. Trotz vermehrter Akzeptanz gegenüber telemedizinischen Anwendungen aufgrund der Corona-Pandemie erklärten 35 % der Befragten, sich nicht vorstellen zu können, telemedizinische Arzttermine zu nutzen. Die Gründe reichen hier von zu unpersönlich, schlechtem Gefühl und/oder keinem Vertrauen (44 %), über ungenaue oder falsche Diagnose ohne körperliche Untersuchung (39 %) bis hin zu Datenschutzunsicherheiten (8 %). Vor allem in Puncto Datenschutz äußerten eher jüngere Befragte Bedenken (38 % der bis 45-Jährigen). (red)

Kurzumfrage: Was denken Sie, soll die Telemedizin ausgebaut werden?