Aufenthaltsdauer trotz Fortschritten hoch 

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Die stationären Aufenthalte in Akutkrankenanstalten gingen 2025 im Vergleich zum Vorjahr nur minimal zurück, rechnet die Statistik Austria vor. Gesundheitsökonom kritisiert fehlendes tagesklinisches Potenzial. 

Laut Statistik Austria wurden 2025 insgesamt 2,11 Millionen stationäre Aufenthalte von Menschen mit Wohnsitz in Österreich in heimischen Akutkrankenanstalten verzeichnet. Das entspricht einem Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Im Zehnjahresvergleich fällt die Abnahme deutlich stärker aus: „Im Vergleich zum Jahr 2015 ist die Zahl der Spitalsaufenthalte von in Österreich wohnhaften Personen sogar um fast ein Fünftel zurückgegangen“, sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Der langfristige Rückgang zeigt sich ebenso bei der Zahl der Krankenhausaufenthalte pro Kopf. Seit 2015 sank sie um 24,5 Prozent. Wird zusätzlich berücksichtigt, dass die Bevölkerung älter geworden ist, beträgt der Rückgang sogar 28 Prozent.

Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich verringert. Sie lag 2025 bei 6,2 Tagen, während ein stationärer Aufenthalt 2015 im Schnitt noch 6,5 Tage gedauert hatte. Hier ortet IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka enormes Potenzial, wie er beim Austria Health Forum in Gastein vorrechnete. “Der Zielsteuerungsvertrag sieht zwar eine Erhöhung tagesklinisch erbrachter Leistungen vor. Wir verbleiben jedoch seit vielen Jahren unter den Möglichkeiten.” 2018 habe man rund 30 % der tagesklinischen in heimischen Spitälern ausgenutzt, 2024 waren es 32 %. Bei manchen Indikationen für eine tagesklinische Behandlung liege Österreich bei der Hälfte des internationalen Benchmarks, sagte Czypionka.

Auch bei den häufigsten Ursachen für stationäre Aufenthalte gab es laut Statistik Austria langfristig Veränderungen. Während 2015 Krebserkrankungen mit 347.048 Aufenthalten und einem Anteil von 13,3 Prozent an allen Hauptdiagnosen an erster Stelle standen, waren es 2025 Krankheiten des Kreislaufsystems mit 11,6 Prozent (244.268 Aufenthalte). Krebserkrankungen folgten mit 224.773 Aufenthalten beziehungsweise 10,7 Prozent auf Platz zwei. Verletzungen und Vergiftungen belegten mit 223.885 Aufenthalten und einem Anteil von 10,6 Prozent den dritten Rang. (rüm/tab)