Geplante Facharztzentren weiter Streitthema

© ÖÄK/Stefan Seelig

Die Ärztekammer fordert die Einbindung bei den von der Politik und den Kassen geplanten 75 Facharztzentren. Man sieht das Modell aber grundsätzlich „diskussionswürdig“.

Die Ärztekammer sieht sich in die Diskussion über Facharztzentren derzeit nicht eingebunden. Mit der Einrichtung von 75 sogenannten Gesundheitsversorgungszentren bis 2040 will die Regierung Spitäler entlasten und Wartezeiten bei Fachärzt:innen verringern. Vorbild dafür sind die allgemeinmedizinischen Primärversorgungseinheiten (PVE). Dafür ist eine Anschubfinanzierung notwendig, für die weitere Zukunft sollen die Gelder dafür dann in den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen festgelegt werden. ÖÄK-Vizepräsident Edgar Wutscher, Obmann Bundeskurie niedergelassene Ärzte, sprach sich am Freitag im Ö1-„Morgenjournal“ nicht grundsätzlich gegen die Idee aus, sieht aber noch viel Diskussionsbedarf.

So stelle sich die Frage, ob derartige Zentren in allen Regionen sinnvoll seien und ob sich auch genügend Ärzt:innen dafür finden. Weder die Politik noch die Sozialversicherung habe mit der Ärztekammer „nur einen Satz“ geredet, beklagte sich Wutscher. Er fragt sich daher, wie die Facharztzentren konkret funktionieren sollen, glaubt aber, dass die Idee „grundsätzlich diskussionswürdig“ und vernünftig sei. „Und da stehen wir zur Verfügung, aber es muss mal eine Diskussion losgetreten werden.“

Der Ärztekammer-Vize kann sich laut eigener Aussage durchaus vorstellen, dass das Modell in bestimmten Bereichen oder Zentren „ganz gut funktionieren kann“. Dies müsse aber noch im Detail geklärt werden, betonte er. „Man muss auch Ärztinnen und Ärzte finden, die das machen.“ Einen guten Mix könne er als Allgemeinmediziner durchaus unterstützen und fördern. Zuerst müsse man aber auch ausloten, wo die Facharztzentren regional sinnvoll seien. (red/APA)