Neue Kassendirektoren kommen von Lehman Brothers, JP Morgan und IV

HVB
Im Rahmen der türkis-blauen Sozialversicherungsreform wird aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger der Dachverband. Für diesen wurden Donnerstag abend die Chefposten, konkret der sogenannte Büroleiter und sein Stellvertreter, fixiert. Zum Zug kamen je ein der FPÖ und ein der ÖVP nahestehender Kandidat.
Offiziell wurde die Kür am Abend, nachdem die sogenannte Überleitungskonferenz tagte, in der die Arbeitnehmervertreter im Verhältnis 3:7 in der Minderheit sind. Zum Zug kamen demnach auf einem FPÖ-Ticket der Investmentbanker und Gesundheitsökonom Martin Brunninger (47) als Büroleiter. Brunninger ist Managing Director bei Beratungsunternehmen „goetzpartners“ in London und „Head of Equity Research der Industry Group Healthcare.“ Vor seinem Eintritt bei „goetzpartners“ war er als Managing Director bei der Investmentbank Jeffries im Bereich Equity Research tätig. Seine Laufbahn begann er als Investmentbanker bei Lehman Brothers, JP Morgan und Nomura International. Brunninger hat Biotechnologie an der Universität Wien und Gesundheitsökonomie an der London School of Economics studiert.
Sein Stellvertreter wird der aus der gewerblichen Sozialversicherungsanstallt kommende Alexander Burz (35), der auch schon im Büro von Wirtschaftskammer-Präsident und Ex-ÖVP-Minister Harald Mahrer tätig war. Nicht durchgesetzt haben sich damit Josef Probst und Volker Schörghofer, bisher Generaldirektoren im Hauptverband. Aber auch Volker Knestel, Ex-Kabinettschef der früheren Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), der den Umbau der Krankenkassen federführend mitverhandelt hat, kommt nicht zum Zug. Ob Knestel nun mit einem anderen Posten im Sozialversicherungsbereich versorgt wird, blieb vorerst unbeantwortet.
Matthias Krenn, Vorsitzender der Überleitungskonferenz, bezeichnet die erfolgte Bestellung des neuen Führungsduos als wichtigen Schritt für den Aufbau einer zukunftsorientierten Struktur der gesamten Sozialversicherung. Krenn: „Martin Brunninger und Alexander Burz verbinden internationale Führungserfahrung und profunde Kenntnis der Gesundheitsökonomie mit sozialrechtlichem Expertenwissen“. Kritik kam von Arbeitnehmerseite. (APA/rüm)