© Andrey Popov – stock.adobe.com Eine internationale Studie zeigt: Ein paar Minuten täglich außer Atem zu geraten, senkt das Risiko für acht schwere Erkrankungen. Bei manchen Krankheiten ist die Intensität der Bewegung wichtiger als die Dauer.
Bereits kurze Phasen intensiver körperlicher Aktivität senken das Risiko für Erkrankungen wie Arthritis, Herzkrankheiten oder Demenz deutlich. Entscheidend ist dabei nicht nur die Dauer, sondern vor allem die Intensität: Wer regelmäßig so aktiv ist, dass er zumindest kurz außer Atem gerät – etwa beim schnellen Gehen, Stiegensteigen oder Laufen zum Bus – profitiert messbar gesundheitlich.
Das Forschungsteam unter der Leitung von Minxue Shen von der Xiangya School of Public Health (Central South University in Hunan, China) analysierte Bewegungsdaten von 96.000 Personen, die mittels Beschleunigungsmessern am Handgelenk über eine Woche hinweg erfasst wurden. Anschließend wurden diese mit dem Risiko verglichen, innerhalb von sieben Jahren zu sterben oder an einer von acht schweren Erkrankungen zu leiden, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, immunvermittelte Entzündungskrankheiten, chronische Atemwegserkrankungen und Demenz.
Die Ergebnisse zeigten klare Zusammenhänge: Personen mit einem höheren Anteil intensiver Bewegung hatten ein um 63 % geringeres Risiko für Demenz, ein um 60 % geringeres Risko für Typ-2-Diabetes und ein um 46 % geringeres Sterberisiko. Je nach Erkrankung spielt die Intensivität der Bewegung eine unterschiedlich große Rolle. Bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis und Psoriasis war sie fast allein ausschlaggebend. Bei Diabetes und chronischen Lebererkrankungen waren sowohl das Ausmaß als auch die Intensität relevant.
„Intensive körperliche Aktivität scheint spezifische Reaktionen im Körper auszulösen, die durch weniger intensive Aktivität nicht vollständig erreicht werden können“, erläuterte Studienleiter Shen. Zudem dürfte speziell intensive Bewegung entzündungshemmend wirken und die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn anregen, die gegen Demenz schützen. Dabei machen schon kurze Einheiten im Alltag einen echten Unterschied: „Bereits 15 bis 20 Minuten pro Woche – also nur wenige Minuten täglich – sind mit spürbaren gesundheitlichen Vorteilen verbunden.“ (APA/tab)