MRT-Wartezeiten sind gesunken   

© Oliver Miller-Aichholz

Die Wartezeiten für MRT-Untersuchungen in Österreich sind seit 2025 im Schnitt um 8 Tage zurückgegangen. Der Ausbau der Gerätekapazitäten zeigt Wirkung, regionale Unterschiede bleiben aber bestehen. 

Eine vom Marktforschungsinstitut MARKET im Auftrag der Sozialversicherung durchgeführte Studie hat die Wartezeiten für MRT-Untersuchungen erneut erhoben und mit den Ergebnissen vom Juni 2025 verglichen. Das Ergebnis ist ein Rückgang um rund 28 %. Besonders deutlich sank die Wartezeit bei MRT-Untersuchungen des Oberbauchs: von 46 Tagen im Vorjahr auf knapp 30 Tage. Beim Knie ging sie von 20,5 auf 15 Tage zurück, bei der Lendenwirbelsäule von 21,5 auf 17 Tage. Der Gesamtvertrag sieht eine Wartezeit von maximal 20 Werktagen vor. Im Durchschnitt wird diese eingehalten, einzelne Institute überschreiten sie allerdings deutlich.

Bei Kooperationsgeräten in Spitälern, für deren Nutzung die Sozialversicherung zusätzlich bezahlt, muss etwas länger auf einen MRT-Termin gewartet werden. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt hier 25,4 Tage. Bei Instituten mit Gesamtvertrag sind es 19 Tage. Der Unterschied hat sich gegenüber 2025 kaum verändert. Weiterhin groß bleiben die Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während die Wartezeiten in Wien, Tirol und der Steiermark vergleichsweise kurz sind, haben sie sich in Oberösterreich und Vorarlberg gegenüber 2025 verlängert.

Von den 83 untersuchten MRT-Instituten bieten aktuell 30 Institute eine digitale Terminvereinbarung an, 2025 waren es 22. Wenig genutzt wird weiterhin das Potenzial von Wartelisten, über die Patient:innen bei kurzfristigen Absagen frühere Termine erhalten könnten. Nur rund zehn Prozent der Institute informieren aktiv über diese Möglichkeit. Rund ein Viertel der Institute weist auf seiner Website inzwischen auf die Möglichkeit einer privaten Bezahlung hin. Bei privater Finanzierung beträgt die durchschnittliche Wartezeit nur 5,1 Tage, beim Knie rund sieben Tage. Die Untersuchung kostet im Schnitt rund 335 Euro, in Vorarlberg und Tirol noch mehr.

Insgesamt hat sich die Zahl der MRT-Kontakte im niedergelassenen Bereich deutlich erhöht – von knapp 500.000 im Jahr 2014 auf mehr als eine Million im Jahr 2024. Seit Anfang 2025 wurden neun neue MRT-Geräte im niedergelassenen Bereich unter Vertrag genommen und 15 Kooperationsgeräte in Spitälern in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufgenommen.

Peter McDonald, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, sieht in den Ergebnissen ein Zeichen dafür, dass die gesetzten Maßnahmen wirken. Zugleich seien der Ausbau der Kapazitäten und eine bessere Steuerung der Versorgung weiterhin notwendig. „Für manche führt der Weg zum raschen Termin noch immer über die private Rechnung und nicht über die e-Card. Das ist schwer vermittelbar in einem System, das von den Beiträgen solidarisch getragen wird und allen eine gute Versorgung verspricht“, kritisiert Claudia Neumayer-Stickler, stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Wir haben bei den Wartezeiten Fortschritte gemacht, aber wir sind noch nicht am Ziel.“

ÖGK-Arbeitnehmer-Obmann Andreas Huss führt den Rückgang der Wartezeiten auf zusätzliche Geräte zurück, verweist aber zugleich auf deutliche regionale Unterschiede bei der Nutzung: 2024 gab es österreichweit 111,19 MRT-Untersuchungen pro 1.000 Einwohner:innen im niedergelassenen Bereich. Kärnten lag mit 150,2 an der Spitze, Tirol mit 64,8 am Ende. Die ÖGK-Ausgaben für MRT-Untersuchungen stiegen von 93,53 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 160,88 Millionen Euro im Jahr 2025. Huss appelliert daher an Ärzt:innen, MRT-Untersuchungen unter Berücksichtigung der medizinischen Notwendigkeit anzuordnen und Doppel- sowie Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden.

Mit dem MRT/CT-Zielbild 2030 wollen Bund, Länder und Sozialversicherung die Gerätekapazitäten weiter ausbauen. Zudem soll die elektronische Zuweisung für MRT- und CT-Untersuchungen bis Ende 2027 flächendeckend eingeführt werden. Das Wartezeitenmonitoring der Sozialversicherung bietet bereits eine Online-Abfrage der Wartezeiten. (tab)

Service:  https://www.sozialversicherung.at/wartezeiten/