Neue Arzneimittel-Studien zu COVID-19-Therapien

Am Wochenende wurden neue Studien zum COVID-19 bekannt. Zum einen sollen Bluthochdruck-Medikamente vor schweren Erkrankungen schützen; zum anderen zieht das Fachjournal „The Lancet“ die jüngste Studie zu Malariamedikamenten zurück.

Gängige Medikamente gegen Bluthochdruck könnten einer neuen Studie zufolge zu einem gewissen Maß vor schweren COVID-19-Erkrankungen schützen. Eigentlich hätten Patienten mit hohem Blutdruck ein zwei Mal so großes Risiko, an COVID-19 zu sterben, berichten Forscher im „European Heart Journal“. Sie müssten auch häufiger beatmet werden. Bei denjenigen Patienten, die irgendeinen Blutdrucksenker nahmen, sei das Sterberisiko jedoch deutlich reduziert gewesen. Die Studie umfasste 2.900 Kranke, die im Februar und März in einem Hospital in Wuhan behandelt wurden.

„The Lancet“ hat indes eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das neue Corona-Virus zurückgezogen. Drei der vier Autoren verwiesen darauf, dass sie Zweifel an der Richtigkeit der von ihnen genutzten Daten nicht ausräumen können, wie das Journal am Donnerstagabend mitteilte. Chloroquin und Hydroxychloroquin werden schon länger gegen Malaria eingesetzt und wurden in mehreren Studien gegen die Lungenerkrankung COVID-19 erprobt. Nach der nun zurückgezogenen Studie sollten die beiden Wirkstoffe sich wahrscheinlich nicht zur Behandlung von COVID-19 eignen und sogar womöglich die Todesrate erhöhen und zu Herzrhythmusstörungen führen. Die Forscher aus den USA und der Schweiz um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School hatten die Studie in „The Lancet“ vom 22. Mai veröffentlicht. Sie hatten nach eigenen Angaben Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet. Wegen der vermeintlich negativen Ergebnisse waren mehrere Studien zu Chloroquin und Hydroxychloroquin ausgesetzt worden. (APA)