ÖGK legt finale Bilanz für 2025 vor

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Die Österreichische Gesundheitskasse steckt weiter in den roten Zahlen – trotz höherer Beiträge der Pensionist:innen und Rabattzahlungen der Pharmaindustrie. RELATUS kennt die Details.

„Die Kasse ruht sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit aus, denn Stillstand würde Rückschritt bedeuten. Ein Erfolgsfaktor der ÖGK ist ihre Resilienz. Wiederholt hat die Kasse bewiesen, dass sie auf unerwartete Veränderungen und Herausforderungen flexibel und erfolgreich reagieren kann“, lobt sich die ÖGK in ihren nun vorliegenden Geschäftsbericht für 2025 selbst. Diese Resilienz im Hinblick auf Herausforderungen wird die Kasse auch heuer brauchen, denn die Bilanz ist weiterhin rot – trotz Beihilfen. Die Summe der Einnahmen erhöhte sich gegenüber 2024 um 1,493 Milliarden Euro oder +7,4 % auf 21,662 Milliarden Euro. Die Summe der Ausgaben war mit 21,830 Milliarden Euro um 1,075 Milliarden Euro oder +5,2 % höher als im Jahr 2024. „Das Betriebsergebnis ist daher mit -168,6 Millionen Euro auszuweisen“, so die ÖGK.

Unter der Berücksichtigung des Finanzergebnisses, des außerordentlichen Ergebnisses und der Rücklagendotierung und -auflösung ergibt sich für das Geschäftsjahr 2025 ein Bilanzverlust in Höhe von 156,3 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2024 lag das Betriebsergebnis bei -586,9 Millionen Euro, der Bilanzverlust lag bei 551,6 Millionen Euro. „Mit zielgerichteten Maßnahmen wurde in einem Schulterschluss aus Selbstverwaltung und Management ein maßvoller Weg der Konsolidierung begonnen, damit die Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau auch in Zukunft abgesichert ist“, schreibt die ÖGK. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass das Minus ohne tatkräftige Hilfe des Bundes sogar noch höher ausgefallen wäre als im Jahr davor.

Trotz eines Rückganges der pflichtversicherten Erwerbstätigen um -0,3 % auf 3,279 Millionen im Jahresdurchschnitt 2025 bewirkten der Anstieg der Beitragsgrundlagen infolge der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung sowie die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage ab Jänner 2025 – von 6.060,00 auf 6.450,00 Euro monatlich – einen Anstieg um 446,8 Millionen Euro oder +4,2 % auf 11,178 Milliarden Euro bei den Beitragseinnahmen von Erwerbstätigen. Der Anstieg der Beiträge für pflichtversicherte SV-Pensionist:innen um 716,1 Millionen Euro oder +16,8 % auf 4,971 Milliarden Euro ist neben der ab Jänner 2025 erfolgten Pensionserhöhung und dem Anstieg der Pensionsbezieher:innen um +0,9 % insbesondere auf die gesetzliche Beitragssatzerhöhung von 5,1 auf 6,0 % ab 1. Juni 2025 zurückzuführen.

Weiteres Geld brachte im Vorjahr der Arzneimittelbereich: Ab Jänner 2025 wurde die Rezeptgebühr von 7,10 auf 7,55 Euro pro Packung angehoben. Die Einnahmen stiegen um 6,9 Millionen Euro oder +1,8 % auf 387,2 Millionen Euro. Bei den Sonstigen betrieblichen Erträgen waren mit 895,3 Millionen Euro um 104,3 Millionen Euro oder +13,2 % mehr an Eingängen zu verzeichnen. Die Steigerung ist in erster Linie auf höhere „Heilmittel-Refundierungen“ durch Pharmaunternehmen zurückzuführen. Die von der Industrie nachträglich gewährten Rabatte stiegen von 455,7 Millionen auf 545,5 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der eCard Gebühr betrugen 52,4 Millionen Euro (+4,9 %). Gespart wurde unter anderem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, deren Budget von 675.235 Euro auf 199.741 Euro zusammengestrichen worden ist.

Die größten Ausgabeposten sind weiterhin Spitäler, Ärztliche Hilfe im niedergelassenen Bereich und Arzneimittel. Auf die Ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen entfielen 5,775 Milliarden Euro, das sind um 309,7 Millionen Euro oder +5,7 % mehr als im Vorjahr. „Der überwiegende Anteil des Wachstums entfiel auf Honorarsteigerungen für die Vertragsärzt:innen bedingt durch Tarifanhebungen und die Frequenzentwicklung.“ Im Bereich der Arzneien war mit 4,310 Milliarden Euro eine Steigerung um 279,6 Millionen Euro oder +6,9 % gegenüber 2024 zu verzeichnen. „Zwar ist die Zahl der Verordnungen rückläufig, die Trends der vergangenen Jahre – starkes Wachstum im Gelben Bereich des EKO sowie steigender Aufwand je Verordnung – haben sich jedoch fortgesetzt. Insbesondere wächst der Anteil hochpreisiger Medikamente am Markt stetig, weshalb sich das Ausgabevolumen hin zu diesen kostspieligen Innovationen verschiebt“, schreibt die ÖGK. Auf die Überweisungen an den Krankenanstaltenfonds entfielen für die Anstaltspflege 5,335 Milliarden Euro, das sind um 187,4 Millionen Euro oder +3,6 % mehr als noch 2024. „Die Höhe der Überweisungen ist – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – an die Steigerung der Beitragseinnahmen aller Krankenversicherungsträger gekoppelt.“

Für die medizinische Rehabilitation wurden 639,8 Millionen Euro (+6,0 %) ausgegeben. Die Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge – insbesondere des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms, Basisuntersuchungen und gynäkologische Untersuchungen – führten zu Aufwendungen für Vorsorge(Gesunden)untersuchungen in Höhe von 196,6 Millionen Euro (+ 9,3 %). Die Ausgaben für Gesundheitsförderung und sonstige Maßnahmen (Forschung und Aufklärungsarbeit, Gesundheitszeitung, betriebliche Gesundheitsförderung, FSME-Schutzimpfungen, humangenetische Untersuchungen, Präventionsveranstaltungen etc.) erhöhten sich gegenüber 2024 um 9,2 % und betrugen 106,4 Millionen Euro. Der Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand wird mit 448,0 Millionen Euro (+1,6 %) ausgewiesen. (rüm)