© Dr_Microbe – stock.adobe.com Als erstes Spitalszentrum außerhalb der USA führt das AKH Wien eine prostataerhaltende OP-Methode ein. Das Verfahren wird im Rahmen einer Studie der MedUni Wien bei ausgewählten Patienten eingesetzt.
Prostatakrebs ist mit rund 7.500 Diagnosen im Jahr die häufigste Krebserkrankung in Österreich. Bei einem neuen chirurgischen Ansatz am AKH/MedUni Wien steht nicht mehr automatisch die Entfernung der Prostata im Mittelpunkt, „sondern die präzise robotische Behandlung des Tumors bei bestmöglichem Erhalt von Lebensqualität, Kontinenz und Sexualfunktion“, teilte die MedUni Wien mit. Es ist das erste Spitalszentrum mit dieser Technik außerhalb der USA.
Die neue Operationsstrategie wird am AKH im Rahmen einer Studie der MedUni bei ausgewählten Patienten mit Prostatakrebs eingesetzt. Möglich wurde dieser Ansatz durch mehrere Fortschritte der vergangenen Jahre. Prostatakrebs wird heute häufiger früher diagnostiziert und moderne Bildgebung erlaubt eine präzisere Darstellung von Lage und Ausdehnung des Tumors. Zudem hilft eine verbesserte molekulare und klinische Risikostratifizierung, jene Patienten zu identifizieren, bei denen ein funktionserhaltendes Vorgehen onkologisch sinnvoll ist.
„Wir erleben hier einen echten Wandel in der Prostatakrebschirurgie. Über Jahrzehnte hinweg war die radikale Entfernung der gesamten Prostata der Standard“, erläuterte Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie sowie des Comprehensive Cancer Centers von MedUni/AKH Wien. „Mit der neuen Präzisionsoperation können wir bei sorgfältig ausgewählten Patienten einen anderen Weg gehen: Wir behandeln den Tumor mit einem Sicherheitsrand und versuchen gleichzeitig, möglichst viel gesundes Gewebe und möglichst viele Funktionen zu erhalten.“ Damit folgt die prostataerhaltende Operation laut MedUni einem Paradigmenwechsel, der bereits aus der Brustkrebstherapie bekannt ist: weg von maximaler Radikalität hin zu gezielten, funktionserhaltenden Eingriffen. (APA/tab)