© photopixel – stock.adobe.com Laut dem neuen Europäischen Drogenbericht kommen wöchentlich neue psychoaktive Substanzen auf den Markt, die Entwicklung sein „unvorhersehbar”.
„Die Drogenmärkte entwickeln sich rasant weiter, und die Vielfalt der Substanzen auf den Straßen Europas wird immer unvorhersehbarer“, heißt es in einer Mitteilung der EU-Drogenagentur (EUDA) anlässlich der Präsentation des Europäischen Drogenberichts. Dass bergedie Gefahr, dass Menschen auch immer mehr hochwirksame psychoaktive Substanzen einnehmen, ohne sie zu kennen, was zu neuen Gesundheitsrisiken bis hin zu lebensbedrohlichen Vergiftungen und dem Tod durch Überdosierung führe. Diesen erlitten zuletzt binnen eines Jahres europaweit mehr als 7600 Menschen, weiß Magnus Brunner in seiner noch neuen Funktion als EU-Kommissar für Inneres. In Anbetracht dessen, dass zuletzt jede Woche eine neue psychoaktive Substanz (NPS) entdeckt wurde, sagt er: „Wir müssen alles daransetzen, um zu verhindern, dass NPS den Markt überschwemmen und mit aller Härte des Gesetzes gegen die Händler vorgehen, um ihnen ihr Geschäftsmodell zu nehmen.“
Die nach wie vor am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa ist allerdings eine altbekannte: Cannabis. Nach Schätzungen haben im Vorjahr 24,9 Millionen Europäer:innen im Alter von 15 bis 64 Jahren dazu gegriffen. Auch der Kokainkonsum ist anhaltend hoch: 4,3 Millionen Europäer:innen nahmen im Vorjahr diese Droge zu sich. Zunehmend als psychoaktive Substanzen missbraucht werden Ketamin, Mittel, die Nitazene und Orphine enthalten, sowie Nachahmungen legaler verschreibungspflichtiger Medikamente wie Oxycodon oder Diazepam. Opioide, meist in Kombination mit anderen Substanzen genommen, sind die häufigste Ursache drogenbedingter Todesfälle in Europa.
Für langfristige gesundheitspolitische Strategien in Bezug auf Drogen sei vor allem das Thema Suchtprävention relevant, berichtet Martin Busch, Leiter des Kompetenzzentrums Sucht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), die Teil des Netzwerks der EUDA ist. Dazu existiere ein europaweit einheitliches Programm zur Kompetenzförderung und Vermittlung von Qualitätsstandards, das von der EUDA gefördert wird. (sst/APA)