© andranik123 – stock.adobe.com Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen – und werden dennoch oft falsch behandelt. Die Gesellschaft für Physikalische Medizin fordert flächendeckende Leitlinien für die Therapie.
Am Sonntag (15.3.) ist internationaler Tag der Rückengesundheit. Rückenschmerzen betreffen rund 1,9 Millionen Menschen in Österreich. Zu 80 % handelt es sich dabei um unspezifische Beschwerden ohne gefährliche Ursache – eine aufwendige Diagnostik ist daher meist nicht notwendig. Viel wichtiger sei eine flächendeckende leitliniengerechte Therapie, betont Richard Crevenna, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR). Diese könnte „nicht nur Schmerzen reduzieren, sondern auch erhebliche Kosten einsparen, weil Chronifizierungen vermieden werden.“ Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören laut ÖGPMR regelmäßige Bewegung, Training der Muskulatur, ergonomisches Verhalten im Alltag und frühzeitige Behandlung bei Beschwerden. Kontraproduktiv seien hingegen nicht sachgerechte Schonung, Immobilisation oder nicht evidenzbasierte Behandlungsmethoden.
Das Konzept Bewegung statt Schonung ist wissenschaftlich belegt. So zeigt eine große Datenanalyse aus 2025, dass Bewegungstherapie eine sichere und wirksame Standardbehandlung ist, die Schmerzen reduziert und die Funktion verbessert. „Patientinnen und Patienten sollten wissen: Bewegung verschlechtert Rückenschmerzen nicht – im Gegenteil. Aktivität ist ein wesentlicher Teil der Therapie“, so Crevenna.
Neben der physikalischen Medizin spielt gerade bei chronischen Rückenschmerzen die interdisziplinäre Schmerzmedizin eine wichtige Rolle. Sie berücksichtigt neben körperlichen auch psychische und soziale Faktoren. Therapieziele sind nicht nur eine Verbesserung von Fitness, Koordination, Körperwahrnehmung und Belastungskontrolle, sondern auch der Abbau von Angst vor Bewegung. Psychologische Interventionen können zusätzlich helfen, Schonverhalten zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. (tab)